Wichtige Entdeckung eines Riesenkalmars mit pizza-großen Augen

Wichtige Entdeckung eines Riesenkalmars mit pizza-großen Augen

Australische Wissenschaftler haben wichtige Spuren eines der geheimnisvollsten Lebewesen des Ozeanbodens entdeckt – des Riesenkalmars. Diese Entdeckung gilt als der erste derartige Fall vor der Küste Westaustraliens im letzten Vierteljahrhundert. Die Forschungsergebnisse Environmental DNA wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Die Autoren der Studie betonen, dass das Auffinden von Spuren dieses seltenen Lebewesens ein bedeutendes Ereignis in der Meeresbiologie ist. Laut Dr. Georgia Nester, Forscherin am Minderoo OceanOmics Centre der University of Western Australia, weckt der Nachweis des Riesenkalmars großes Interesse und Staunen bei den Menschen.

Es wird berichtet, dass der Riesenkalmar eines der geheimnisvollsten Meerestiere unseres Planeten ist. Er kann eine Länge von bis zu 43 Fuß (fast 13 Meter) erreichen, was länger ist als ein Schulbus. Seine Augen haben die Größe einer großen Pizza und gelten als die größten unter allen Lebewesen auf der Erde.

Trotz seiner enormen Größe ist es jedoch sehr schwierig, dieses Tier in seinem natürlichen Lebensraum anzutreffen. Der Grund dafür ist, dass der Riesenkalmar in der sogenannten „Dämmerungszone“ des Ozeans in etwa 600 Metern Tiefe lebt und ein sehr vorsichtiges und verborgenes Leben führt. Deshalb wird er nur selten von Kameras erfasst.

Ein Unterwasser-Roboterarm hält eine Bürste neben einem Kalmar.

Diesmal stießen die Wissenschaftler nicht auf das Tier selbst, sondern auf Spuren von Umwelt-DNA (eDNA), die im Meerwasser zurückgeblieben waren. Diese Methode ermöglicht die Identifizierung von Tieren durch biologisches Material, das im Wasser konserviert ist. Experten betonen, dass diese Methode für die Erforschung vieler geheimnisvoller Arten am Meeresboden von großer Bedeutung ist.

Dr. Lisa Kirkendale, Leiterin der Abteilung für Meerestiere und Kuratorin für Mollusken am Western Australian Museum, würdigte das Ergebnis und betonte, dass dies das erste Mal sei, dass ein Riesenkalmar mittels eDNA-Technologie vor der Küste Westaustraliens nachgewiesen wurde, und dass es sich um den nördlichsten Nachweis dieser Art im östlichen Indischen Ozean handele.

Die Forschung Schmidt Ocean Institutewurde an Bord des Forschungsschiffes Falkor durchgeführt. Während der Expedition sammelten und analysierten die Wissenschaftler mehr als tausend Wasserproben.

Als Ergebnis wurden biologische Spuren von insgesamt 226 Arten identifiziert. Darunter befinden sich große Meerestiere wie der Cuvier-Schnabelwal und der Zwergpottwal sowie eine Reihe von Arten, die zuvor noch nie in westaustralischen Gewässern registriert wurden.

Insbesondere wurden seltene Lebewesen wie der Schlafhai, der kopflose Fisch und ein schlanker, räuberischer Tiefseefisch identifiziert. Die Wissenschaftler schließen nicht aus, dass einige Proben sogar völlig neue Arten für die Wissenschaft sein könnten.

Ein Mann liegt neben den versteinerten Überresten eines großen Seedrachens.

„Wir wissen noch sehr wenig über die Artenvielfalt am Meeresboden. Wir beginnen gerade erst, ihr wahres Ausmaß zu verstehen“, sagte Dr. Georgia Nester.

Interessanterweise wurde der Riesenkalmar erst 2004 zum ersten Mal lebend gefilmt. Seitdem wurde er nur sehr wenige Male in seinem natürlichen Lebensraum aufgenommen. Früher stieß man hauptsächlich auf Exemplare, die an den Strand gespült wurden oder verendet waren.

Die Wissenschaftler erwähnten noch eine weitere wichtige Information. Der Riesenkalmar ist nicht das größte wirbellose Tier der Welt. Dieser Titel gebührt dem Koloss-Kalmar, der über 500 Kilogramm wiegen kann.

Im Jahr 2025 wurde ein junges Exemplar dieses Koloss-Kalmars erstmals in seinem natürlichen Lebensraum in der Nähe der Südlichen Sandwichinseln gefilmt. Kat Bolstad, Forscherin an der Auckland University of Technology in Neuseeland, bestätigte diese Aufnahmen und bezeichnete sie als eine der aufregendsten Beobachtungen in der Meeresbiologie.

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