Warum der «Flamingo»-Plan verzögert wurde: Fire Point nennt die Gründe

Warum der «Flamingo»-Plan verzögert wurde: Fire Point nennt die Gründe

Der Plan zur Produktion der ukrainischen Langstrecken-Marschflugkörper «Flamingo» wurde nicht fristgerecht umgesetzt. Irina Terex, Leiterin des Unternehmens Fire Point, begründete dies mit Verzögerungen bei den erwarteten Mitteln aus EU-Krediten und staatlichen Aufträgen.

Das Unternehmen hatte Fertigungslinien vorbereitet, die eine Produktion von bis zu sieben Raketen pro Tag ermöglichen. Die geschaffenen Kapazitäten werden jedoch derzeit nicht voll ausgelastet – das Produktionsvolumen hängt weiterhin von der Finanzierung und neuen Verträgen ab.

Sieben Raketen — keine aktuelle Kennzahl

Fire Point hatte zuvor angekündigt, die Produktion der «Flamingo»-Raketen bis Oktober 2025 auf mindestens sieben Stück pro Tag zu steigern. Ein solches Tempo hätte die Herstellung von 2.555 Raketen pro Jahr ermöglicht.

Laut der neuen Erläuterung von Irina Terex sind sieben Raketen jedoch nicht das aktuelle tägliche Produktionsvolumen des Unternehmens. Dies ist die maximale projektierte Kapazität der bereits errichteten Linien.

Sie erklärte, dass das Unternehmen die Produktion nicht auf dieses Niveau gesteigert habe, da die von der Ukraine erteilten Aufträge nicht ausreichten, um die vorhandenen Kapazitäten voll auszulasten.

Somit erwies sich die zuvor genannte Zahl nicht als reales Produktionsergebnis, sondern als Obergrenze, die bei entsprechender Finanzierung und vorhandenen Verträgen erreichbar wäre.

Verzögerung beim EU-Kredit beeinflusste Aufträge

Terex brachte den Rückgang des Produktionsvolumens damit in Verbindung, dass die Ukraine auf die Kreditmittel der Europäischen Union wartete. Sie erklärte, dass aufgrund der nicht rechtzeitigen Bereitstellung der Finanzierung die staatlichen Aufträge nicht der maximalen Kapazität entsprachen, die Fire Point vorbereitet hatte.

Die Europäische Union hat einen Unterstützungs-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine genehmigt. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden die ersten 3,2 Milliarden Euro im Rahmen des Programms am 25. Juni 2026 und weitere 3,9 Milliarden Euro für den Drohnenkauf am 30. Juni bereitgestellt.

The Guardian berichtete Ende Juli, dass die Produktion von Fire Point nach einer durch Finanzierungsverzögerungen verursachten Pause wieder an Fahrt gewinnt. Laut dem Bericht stellt das Unternehmen derzeit etwa 100 «Flamingos» pro Monat her. Das entspricht durchschnittlich etwas mehr als drei Raketen pro Tag.

Wann wird die maximale Kapazität erreicht?

Fire Point hat den Plan, die Produktion auf sieben Raketen pro Tag zu steigern, nicht aufgegeben.

Laut Irina Terex könnte das Unternehmen diesen Wert bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erreichen. Der genaue Termin hängt jedoch davon ab, wann neue Verträge abgeschlossen werden und in welchem Umfang Aufträge eingehen.

Das Hauptproblem liegt hier nicht im Fehlen von Fertigungslinien. Das Unternehmen betont, dass die notwendige Infrastruktur geschaffen wurde, aber für den Volllastbetrieb stabile und im Voraus garantierte Aufträge erforderlich sind.

Das Haupthindernis für Fire Point ist also derzeit nicht technologischer, sondern finanzieller und vertraglicher Natur.

Was ist die «Flamingo»-Rakete?

Die «Flamingo», auch bekannt als FP-5, ist ein in der Ukraine entwickelter, vom Boden aus gestarteter Langstrecken-Marschflugkörper.

Nach Angaben von Fire Point verfügt die Rakete über:

— Eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern;
— Einen Gefechtskopf von bis zu 1.150 Kilogramm;
— Die Fähigkeit, tief liegende Bodenziele anzugreifen.

Diese technischen Daten basieren auf Aussagen des Unternehmens und sind nicht alle vollständig unabhängig bestätigt. Associated Press berichtete 2025, dass Fire Point etwa eine «Flamingo» pro Tag herstellte.

Bis Juli 2026 gab das Unternehmen bekannt, die monatliche Produktion auf etwa 100 Stück gesteigert zu haben. Die Leiterin von Fire Point erklärte, dass der Preis pro Rakete knapp unter 600.000 Dollar liegt.

Auch das Triebwerksproblem wird gelöst

Bisher verwendete Fire Point in «Flamingo»-Raketen aufbereitete alte Strahltriebwerke. Da es jedoch immer schwieriger wird, solche Aggregate zu finden, hat das Unternehmen mit der Entwicklung eines eigenen Triebwerks begonnen.

Irina Terex gab in einem Interview mit Reuters am 29. Juli 2026 bekannt, dass die ersten zehn Testtriebwerke montiert werden. Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, könnten die neuen Triebwerke eine weitere Ausweitung der «Flamingo»-Produktion ermöglichen.

Dieser Faktor beeinflusst auch direkt das Produktionstempo der Raketen. Denn für die Herstellung einer großen Anzahl von Raketen ist nicht nur eine Montagelinie erforderlich, sondern auch eine stabile Versorgung mit Triebwerken.

Der große Plan hängt nun von Verträgen ab

Das Beispiel Fire Point hat gezeigt, dass es in der ukrainischen Verteidigungsindustrie eine große Lücke zwischen Produktionskapazität und realen Aufträgen geben kann.

Das Unternehmen hat Linien gebaut, die für die Produktion von sieben Raketen pro Tag ausgelegt sind. Doch im Staat wurden die notwendigen Mittel und Verträge nicht rechtzeitig gebildet, um diese Kapazität voll auszunutzen.

Die Umsetzung des Plans hängt nun von drei Hauptfaktoren ab:

— Rechtzeitige Bereitstellung der EU-Mittel;
— Erteilung langfristiger Aufträge durch die Ukraine;
— Erfolgreicher Abschluss der Tests für die lokale Triebwerksproduktion.

Daher ist es falsch, die Zahl von sieben «Flamingos» pro Tag als aktuelles Produktionsvolumen zu betrachten. Dies ist die maximale Kapazität, die das Unternehmen erreichen will, wobei der Termin für das Erreichen auf mindestens Ende 2026 verschoben wurde. Hinterlassen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren und teilen Sie den Artikel mit Ihren Bekannten und Freunden auf Telegram oder anderen sozialen Netzwerken!

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