„Putsch“-Vorwurf fallen gelassen: Gericht fällt sensationelles Urteil für Kamtschibek Taschijew

„Putsch“-Vorwurf fallen gelassen: Gericht fällt sensationelles Urteil für Kamtschibek Taschijew

Im Fall des „Briefs der 75“, der in den letzten Monaten für die größte Spannung in der politischen Elite Kirgisistans und der gesamten zentralasiatischen Region sorgte, wurde ein überraschendes Gerichtsurteil gefällt. Das Stadtgericht Bischkek hat nach Prüfung der Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung den schweren Vorwurf des „Versuchs der gewaltsamen Machtübernahme“ gegen den ehemaligen Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit (GKNB) und Ex-Vizepremier Kamtschibek Taschijew sowie sieben weitere Politiker vollständig fallen gelassen. Einst Sadyr Dschaparowals engster Verbündeter und als absoluter Sicherheitschef des Landes geltend, wirft diese Milderung um den General Fragen darüber auf, welche Absprachen auf der politischen Bühne der Hauptstadt getroffen wurden. Was wurde aus dem Strafverfahren, warum blieb Taschijews Vermögen von der Beschlagnahmung verschont und warum hat Sadyr Dschaparow offiziell den Termin für die Präsidentschaftswahl 2027 bekannt gegeben?

Überprüfung des Urteils und Strafmilderung

Die neue Entscheidung des Stadtgerichts Bischkek brachte den Politikern erhebliche Erleichterungen:

  • Aufhebung des schweren Vorwurfs: Der ursprüngliche schwere Vorwurf der Vorbereitung eines Staatsstreichs wurde gegen Kamtschibek Taschijew und sieben weitere mitangeklagte Politiker vollständig fallen gelassen;

  • Umqualifizierung des Falls: Das Strafverfahren wurde auf Artikel 195 des Strafgesetzbuches der Kirgisischen Republik („Behinderung der Ausübung von Wahlrechten“) geändert;

  • Verkürzung der Bewährungszeit: Das Gericht verhängte gegen die Angeklagten eine Freiheitsstrafe mit Bewährung, wobei die Bewährungszeit von 3 auf 2 Jahre verkürzt wurde;

  • Aufhebung der Beschlagnahmung: Aufgrund der Änderung des Artikels wurde die Maßnahme der Vermögensbeschlagnahmung bei den ehemaligen Beamten nicht angewandt;

  • Hoffnung auf Freispruch: Während der Verhandlungen äußerte Taschijews Anwalt die feste Überzeugung, dass das Gericht in Zukunft einen vollständigen Freispruch des Generals beschließen werde.

„Brief der 75“ und Verfassungsstreit: Chronologie der Ereignisse

Das heutige politische Erdbeben begann mit einem Aufsehen erregenden Appell von 75 Politikern, ehemaligen Beamten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an Präsident Sadyr Dschaparow:

  • Forderung nach vorgezogenen Wahlen: In dem im Februar unterzeichneten Brief stellte die Opposition die Dauer der Präsidentschaftsbefugnisse in Frage und schlug vor, vorgezogene Präsidentschaftswahlen abzuhalten;

  • Kollision der Verfassungen: Der Hauptstreit entzündete sich daran, dass Dschaparow nach der alten Verfassung gewählt wurde, die eine einmalige sechsjährige Amtszeit vorsah, während die neue Verfassung zwei Amtszeiten zu je fünf Jahren erlaubt;

  • Welle von Verhaftungen und Rücktritten: Nachdem der Brief öffentlich wurde, wurden acht wichtige Aktivisten, darunter Kamtschibek Taschijew, der Planung eines Staatsstreichs beschuldigt, und Taschijew wurde sofort von seinem Posten entfernt;

  • Abgang des Parlamentschefs: Vor dem Hintergrund der politischen Krise trat auch der ehemalige Parlamentssprecher Nurlanbek Turgunbek uulu freiwillig zurück.

Säuberung der Sicherheitsstrukturen und Grenzen für den General

Taschijews Abgang führte nicht nur zum Verlust eines Beamten, sondern zu einem grundlegenden Umbau der Sicherheitsarchitektur Kirgisistans:

  • Beschneidung der Befugnisse des GKNB: Präsident Dschaparow kritisierte offen, dass sich das GKNB zu sehr in Angelegenheiten außerhalb seiner Zuständigkeit einmische;

  • Abspaltung des Grenzdienstes: Der mächtige staatliche Grenzdienst wurde vollständig aus dem GKNB herausgelöst und als eigenständige Struktur geformt;

  • Gründung des Staatsschutzdienstes: Für die Sicherheit des Präsidenten und der obersten Führung wurde ein unabhängiger Staatsschutzdienst geschaffen, und gegen Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet;

  • Auflösung der Parlamentsgruppe: Der starke parlamentarische Einfluss, der General Taschijew offen unterstützte, wurde im Parlament gestoppt.

24. Januar 2027: Sadyr Dschaparows Plan für eine zweite Amtszeit

Nach der „Säuberung“ des politischen Feldes kündigte der amtierende Präsident Sadyr Dschaparow offiziell seine nächsten strategischen Schritte an:

  • Wahltermin festgelegt: Die Präsidentschaftswahlen wurden offiziell auf den 24. Januar 2027 festgelegt;

  • Anspruch auf eine zweite Amtszeit: Dschaparow kündigte offen an, dass er bei den Wahlen für eine zweite Amtszeit kandidieren werde;

  • Vorwurf der „mangelnden Säuberung des Umfelds“: Nach Ansicht des Staatsoberhauptes konnte Taschijew sich nicht von zwielichtigen Personen in seinem Umfeld befreien und wurde daher als nicht bereit für das Präsidentschaftsrennen befunden.

Die Entscheidung des Gerichts in Bischkek, den Vorwurf des Staatsstreichs fallen zu lassen und das Strafmaß zu mildern, deutet darauf hin, dass die kirgisische Führung es vorzog, einen starken Rivalen politisch zu neutralisieren, anstatt ihn vollständig zu vernichten, um einen friedlichen Übergang zu gewährleisten.

Glauben Sie, dass das Fallenlassen des Vorwurfs des „Staatsstreichs“ gegen Kamtschibek Taschijew und die Entscheidung des Gerichts das Ergebnis eines geheimen Kompromisses zwischen den beiden politischen Führern ist? Kann Sadyr Dschaparows Verbleib für eine zweite Amtszeit bei den Wahlen am 24. Januar 2027 die Stabilität in Kirgisistan sichern? Hinterlassen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren und teilen Sie diese Analyse der wichtigen politischen Veränderungen im Nachbarland mit allen Analyse-Begeisterten!

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