Archäologen entdecken unerwarteten Raum unter dem Palast eines römischen Kaisers

In der berühmten Villa Adriana in Tivoli, Italien, haben Archäologen eine weitere bedeutende Entdeckung gemacht. Bei Ausgrabungen wurde unter dem Palast eines der legendären römischen Kaiser ein verborgenes unterirdisches Bauwerk gefunden. Experten glauben, dass dieser Fund das bisher älteste bekannte Bauwerk auf dem Gelände der Anlage sein könnte. Dies teilte die Universität Pablo de Olavide (UPO) im spanischen Sevilla mit.
Es stellte sich heraus, dass dieser riesige Palast die Residenz des berühmten Kaisers Hadrian war, der das Römische Reich von 117 bis 138 n. Chr. regierte. Hadrian, der im Norden Britanniens den berühmten Hadrianswall errichten ließ, nimmt durch seine Reisen durch das Römische Reich einen besonderen Platz in der Geschichte ein. Heute gehört seine Villa zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jährlich Tausende von Touristen und Wissenschaftlern an.
Das von den Archäologen entdeckte unterirdische Bauwerk wird auf die Zeit der Römischen Republik (509–27 v. Chr.) datiert, also weit vor die Zeit Hadrians. Das bedeutet, dass dieses Bauwerk bereits Jahrhunderte vor dem Bau des kaiserlichen Palastes existierte.

Experten vermuten, dass die unterirdischen Räume ursprünglich als Lager oder Getreidesilos dienten. Später wurde das Gebäude nicht mehr genutzt und teilweise mit antiken Bauschutt und Keramikresten verfüllt.
Projektleiter und Archäologe Rafael Hidalgo betonte, dass es für die Wissenschaftler unerwartet war, dass das Bauwerk nicht vollständig mit Erde bedeckt war. Bei den weiteren Ausgrabungen kamen noch interessantere Funde zum Vorschein.
In den unterirdischen Räumen wurden zahlreiche Keramikfragmente sowie architektonische Terrakotta-Verzierungen gefunden, die einst die Dächer nahegelegener Gebäude schmückten. Einige Verzierungen zeigen Hundeköpfe, andere Stierköpfe, was wertvolle Einblicke in die antike römische Architektur gewährt.
Wissenschaftler sagen, dass die gefundenen Materialien entscheidend dafür sind, zu bestimmen, wann diese antike Villa erbaut wurde und wie lange sie in Gebrauch war. Dies trägt dazu bei, das Wissen über den historischen Komplex, der vor Hadrians Palast existierte, zu erweitern.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass das gewölbte Dach des unterirdischen Bauwerks in nahezu perfektem Zustand erhalten geblieben ist. Archäologen merken an, dass bei solchen Bauwerken die Dächer im Laufe der Zeit normalerweise einstürzen. In diesem Fall waren jedoch sogar die Spuren der hölzernen Schalungen, die die alten Römer beim Betonieren verwendeten, deutlich sichtbar.
Experten sagen, dass diese Entdeckung wichtige Lücken in der römischen Geschichte schließen könnte, da Hadrian beim Bau seines Palastes einen Großteil der früheren Gebäude abreißen ließ, weshalb nur sehr wenige Informationen über sie erhalten geblieben sind.

















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