Nepomnyashchiy: "Kapadze hätte Usbekistan trainieren sollen"

Das Debüt der usbekischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft endete für die Fans enttäuschend. Das Team schied vorzeitig aus, nachdem es gegen Kolumbien (1:3), Portugal (0:5) und DR Kongo (1:3) verloren hatte.
Ein bekannter russischer Experte, der den usbekischen Fußball aus der Innenansicht kennt Valeriy Nepomnyashchiy sagte offen, dass das Scheitern der Mannschaft auf taktische Fehler des italienischen Cheftrainers Fabio Cannavaro zurückzuführen sei.
"Cannavaro konnte das Potenzial der Spieler nicht richtig einschätzen"
Der erfahrene Fachmann, der bei der WM 1990 gegen Kamerun für Aufsehen sorgte und 2006 die usbekische Nationalmannschaft führte, äußerte sich wie folgt zur Wahl des Cheftrainers:
"Vielleicht ist es nicht ganz richtig von mir, dies zu sagen, aber ich tue es trotzdem: Ich denke, Timur Kapadze hätte die Mannschaft führen sollen. Ich habe das Gefühl, dass Fabio Cannavaro das Potenzial der Spieler nicht richtig erkannt und keine angemessene Taktik für die Spiele gewählt hat.
Anstatt die Spieler an seine eigene Vorstellung anzupassen, hätte Cannavaro die Taktik auf deren Stärken aufbauen müssen. Kapadze hat lange mit ihnen gearbeitet und kennt ihre Möglichkeiten besser".
Analyse der WM-Spiele: Starre und Abenteuer
Laut Nepomnyashchiy hat Cannavaro in der Gruppenphase das Gleichgewicht verloren, indem er von einem Extrem zum anderen sprang:
Erstes Spiel gegen Kolumbien: Die Mannschaft war auf dem Platz zu starr und agierte übermäßig vorsichtig.
Zweites Spiel gegen Portugal: Der Trainer wählte den gegenteiligen Weg und entschied sich für eine extrem riskante Taktik, fast schon ein Abenteuer (übermäßiges Risiko und gefährlicher Spielstil). Dies führte zu einer schweren Niederlage.
Drittes Spiel gegen DR Kongo: Das Spiel verbesserte sich leicht, was jedoch auch daran lag, dass der Gegner nicht so stark war.
Der Versuch, auf Augenhöhe mit Portugal und Kolumbien zu spielen, war ein Fehler
Der russische Experte erklärte zudem, wie Usbekistan mit einem so starken Kader hätte spielen müssen:
"Ich war sehr enttäuscht, denn Usbekistan hätte den dritten Platz in der Gruppe belegen und in die nächste Runde einziehen müssen. Spieler, die wir gut kennen, zeigten Glanzlichter. Aber mit einem solchen Kader hätte man definitiv defensiv spielen und Chancen durch Konter suchen müssen. Es gibt Spieler im Kader, die das können. Der Versuch, gegen Portugal oder Kolumbien auf Augenhöhe zu spielen, war völlig falsch".
Zur Erinnerung: Diese Weltmeisterschaft mit erstmals 48 teilnehmenden Teams findet in den USA, Kanada und Mexiko statt und endet am 19. Juli.


















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