Warum will Kasachstan nicht nach Asien zurückkehren?

Warum will Kasachstan nicht nach Asien zurückkehren?

Die Qualifikation der usbekischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft hat eine alte Debatte im kasachischen Fußball neu entfacht: Sollte das Land die UEFA verlassen und zur Asiatischen Fußballkonföderation zurückkehren?

Yerzhan Musabekov, Leiter der Direktion für Proficlub-Wettbewerbe beim kasachischen Fußballverband, reagierte scharf auf diese Forderungen und zählte die Hauptvorteile eines Verbleibs in Europa auf.

„Wir freuen uns auch über den Erfolg Usbekistans“

Nachdem Usbekistan als erstes zentralasiatisches Land ein WM-Ticket gelöst hat, mehren sich die Stimmen, dass Kasachstan nach Asien zurückkehren sollte.

Musabekov betonte jedoch, dass ein Vergleich dieser beiden Themen nicht angebracht sei.

„Jeder freut sich, dass Usbekistan bei der Weltmeisterschaft spielt, und wir freuen uns auch. Aber sie bestreiten zum ersten Mal seit 30 Jahren offizielle Spiele gegen hochkarätige Nationalmannschaften wie Portugal und Kolumbien“, sagte er.

Was gewinnt Kasachstan in Europa?

Laut Musabekov hat Kasachstan durch die UEFA-Mitgliedschaft die Möglichkeit, jedes Jahr gegen starke europäische Nationalmannschaften und Vereine anzutreten.

Dies gilt nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für:

  • Jugendmannschaften;

  • die Frauen-Nationalmannschaft;

  • sowie Proficlubs.

„Wir treten jedes Jahr gegen Mannschaften dieses Kalibers an. Zudem erhalten wir für diese Spiele auch finanzielle Mittel“, so Musabekov.

Seiner Ansicht nach sind der hohe Wettbewerb, die finanziellen Möglichkeiten und das starke Fußballumfeld die Hauptgründe für den Verbleib Kasachstans in Europa.

Wann ist Kasachstan der UEFA beigetreten?

Kasachstan verließ die Asiatische Fußballkonföderation im Jahr 2001 freiwillig.

Am 25. April 2002 wurde das Land auf dem UEFA-Kongress in Stockholm, Schweden, in die Union der Europäischen Fußballverbände aufgenommen und wurde deren 52. Mitglied.

Mehrere Faktoren haben diese Entscheidung begünstigt:

  • das hohe Wettbewerbsniveau in Europa;

  • Einnahmen aus Fernsehübertragungen und Turnieren;

  • moderne Fußballinfrastruktur;

  • die Möglichkeit, regelmäßig gegen starke Vereine und Nationalmannschaften zu spielen.

Auch die Geografie spielte eine wichtige Rolle

Bei der Aufnahme Kasachstans in die UEFA wurde auch der geografische Faktor berücksichtigt.

Etwa 14 Prozent des Staatsgebiets liegen westlich des Ural-Flusses, also auf dem europäischen Kontinent.

Die kasachische Fußballführung führte lange Verhandlungen mit Vertretern von UEFA und FIFA. Danach genehmigten die europäischen Delegierten den Antrag des Landes.

Weltmeisterschaft oder starker Wettbewerb?

Es gibt Ansichten, dass eine Rückkehr nach Asien die Chancen Kasachstans auf eine WM-Teilnahme erhöhen könnte. Für den Verbandsvertreter beschränkt sich das Thema jedoch nicht nur auf ein WM-Ticket.

In Europa zu bleiben bedeutet jedes Jahr starke Gegner, große Turniere, hohe Einnahmen und ernsthaften Wettbewerb.

Das historische Ergebnis Usbekistans hat die Debatten im Nachbarland intensiviert, aber die kasachischen Fußballfunktionäre denken derzeit nicht daran, den europäischen Weg zu verlassen.

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