USA vor Krise in der Raketenproduktion: Ein 73-Milliarden-Dollar-Problem

Die US-Rüstungsindustrie steht vor einem gravierenden Kapazitätsengpass bei der Herstellung von Feststoffraketenmotoren, einer entscheidenden Komponente moderner Raketensysteme. Laut Analysen des Center for Strategic and International Studies (CSIS) ist die amerikanische Industrie angesichts des massiven Anstiegs staatlicher Aufträge nicht auf diese Belastung vorbereitet. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.
Dem Dokument zufolge sieht der US-Haushaltsentwurf für 2027 eine Rekordsumme von 73 Milliarden Dollar für verschiedene Raketenprogramme vor. Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert bei 29 Milliarden Dollar, was damals bereits ein Höchststand war. Trotz der erhöhten Mittel bleiben die Engpässe in der Lieferkette jedoch bestehen.
Produktionsvolumen und Haupthindernisse
Die USA planen, bis 2027 über 2.100 Raketen für Luft- und Raketenabwehrsysteme zu liefern. Das entspricht einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber 2021. Dennoch liegen diese Zahlen weit hinter den langfristigen strategischen Zielen zurück, die eine Produktion von 5.000 Einheiten pro Jahr vorsehen. CSIS-Experten sind der Ansicht, dass zur Erreichung dieser Ziele das gesamte Produktionssystem grundlegend überarbeitet werden muss.Der Hauptengpass in der Industrie sind Feststoffraketenmotoren. Sie werden in fast allen amerikanischen Raketenprogrammen eingesetzt. Daher führen Engpässe bei Motorgehäusen, Düsen, Treibstoffkomponenten oder Fachkräften dazu, dass Dutzende Projekte gleichzeitig ins Stocken geraten. Ein Problem in einem einzigen Glied kann die gesamte Kette lahmlegen.
Vom Marktmonopol zu neuen Akteuren
Die aktuelle komplexe Lage ist das Ergebnis jahrelanger Marktkonsolidierung. Anfang der 2000er Jahre gab es in den USA noch sechs große Hersteller von Feststoffraketenmotoren; Mitte der 2010er Jahre waren nur noch zwei übrig: Aerojet Rocketdyne und Orbital ATK. Heute gehören diese Vermögenswerte zu den Konzernen L3Harris bzw. Northrop Grumman.In den letzten Jahren sind mehrere neue Unternehmen auf den Markt gekommen, um die Abhängigkeit zu verringern. Dazu gehören unter anderem:
- X-Bow und Ursa Major;
- Firehawk und Castelion;
- Anduril und Nammo;
- Avio USA sowie Prometheus Energetics.
Das CSIS kommt zu dem Schluss, dass das Problem nicht allein durch zusätzliche Finanzierung gelöst werden kann. Die Industrie benötigt langfristige Verträge, direkte Investitionen in Zulieferer und gelockerte Marktzugangsregeln für neue Hersteller. Andernfalls wird das Übersteigen der Nachfrage gegenüber dem Angebot die US-Verteidigungsfähigkeit weiterhin negativ beeinflussen.















Kommentare 0
…