Japan revolutioniert den Mond: Winziger Roboter bewegte sich 100 Minuten autonom

Japan revolutioniert den Mond: Winziger Roboter bewegte sich 100 Minuten autonom

Die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) hat einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Weltraumforschung bekannt gegeben. Der von der Agentur entwickelte winzige SORA-Q-Roboter (auch LEV-2 genannt) bewegte sich über 100 Minuten lang vollständig autonom auf der Mondoberfläche und übertrug erfolgreich einzigartige Bilder zur Erde. Dieses Experiment ist der praktische Beweis für ein neues Konzept, das die Zukunft von Mondmissionen grundlegend verändern könnte. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Laut ixbt.com wurde dieses winzige Gerät im Rahmen der SLIM-Mission getestet, die im Januar dieses Jahres in der Nähe des Shioli-Kraters landete. Hauptziel des Experiments war es, die Möglichkeit zu prüfen, eine Gruppe von Dutzenden kleiner und günstiger Roboter anstelle eines einzigen großen und teuren Rovers einzusetzen. Ein solcher Ansatz erhöht die Stabilität von Missionen: Wenn ein kleiner Roboter ausfällt, setzen die anderen die Forschung fort.

Vom Spielzeug zur Weltraumtechnologie

Der SORA-Q-Roboter ist ein kugelförmiges Gerät mit einem Durchmesser von nur 8 Zentimetern. Nach der Landung auf der Mondoberfläche entfaltet er sich zu einer Radplattform. Interessanterweise haben JAXA-Ingenieure die Konstruktion dieses Roboters in Zusammenarbeit mit Sony und dem Spielzeughersteller TOMY auf Basis von Transformer-Spielzeugen entwickelt. Dies ist ein einzigartiges Beispiel für die Harmonie zwischen Weltraumtechnologie und alltäglichem Industriedesign.

Die Fortbewegung auf der Mondoberfläche gilt als extrem schwierige Aufgabe. Der Mondstaub — Regolith — besteht aus sehr feinem und abrasivem Staub, der die Traktion der Räder erschwert. Um dieses Problem zu lösen, entschieden sich die SORA-Q-Ingenieure, die Räder um eine leicht versetzte Achse rotieren zu lassen. Infolgedessen bewegt sich der Roboter bei jeder Drehung wie ein „Sprung“ und sinkt nicht in den weichen Regolith ein. Diese Methode ermöglichte es dem winzigen Gerät, eine Strecke von 24 Metern zurückzulegen.

Vollständig autonome Steuerung

Aufgrund der Kommunikationsverzögerung zwischen Erde und Mond ist eine Fernsteuerung in Echtzeit ein riskanter und langsamer Prozess. Daher verfügt LEV-2 über ein hohes Maß an Autonomie. Über sein integriertes Bildverarbeitungssystem kann der Roboter das SLIM-Landemodul erkennen und es als Referenzpunkt nutzen, um seine Koordinaten unabhängig zu berechnen.

Es wird erwartet, dass diese erfolgreiche Mission eine neue Ära der Weltraumforschung einleitet. Wenn solche winzigen Systeme in großem Maßstab produziert werden, werden bei zukünftigen Mondmissionen „Schwärme“ von Robotern (Swarm Robotics) anstelle eines einzelnen großen Apparats eingesetzt. Dies reduziert nicht nur die Kosten, sondern ermöglicht auch eine detailliertere Untersuchung der komplexen Regionen des Mondes.

Diese Nachricht ist auch für usbekische Weltraumbegeisterte und junge Ingenieure von großer Bedeutung. Sie zeigt, dass für komplexe Probleme einfache und kompakte Lösungen gefunden werden können und dass sogar Spielzeugdesign bei der Eroberung des Weltraums hilfreich sein kann.

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Abror Shuhratov
«ZAMIN.UZ» Redakteur

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