Robotisches Töten von Fischen: Shinkei Systems revolutioniert die Fischerei

Robotisches Töten von Fischen: Shinkei Systems revolutioniert die Fischerei

In der Welt des Venture Capital gibt es eine überraschende Neuigkeit: Der Fonds Founders Fund hat in das Startup Shinkei Systems investiert, das eine Technologie zur humanen Tötung von Fischen entwickelt hat. Wie auf der von TechCrunch organisierten StrictlyVC-Veranstaltung bekannt gegeben wurde, zielt dieses Projekt nicht nur darauf ab, die Grausamkeit gegenüber Tieren zu verringern, sondern auch die Qualität und Haltbarkeit von Meeresfrüchten grundlegend zu verbessern. Dies berichtet Techcrunch.com Nachrichten berichtet.

Der von Shinkei Systems-Gründer Saif Khawaja vorgestellte Roboter namens Poseidon hat die Größe eines Gefrierschranks und wird auf Fischereifahrzeugen installiert. Mithilfe von Computer Vision scannt das Gerät jeden Fisch, bestimmt die Art und lokalisiert das Gehirn. Innerhalb weniger Sekunden nach der Entnahme aus dem Wasser stößt der Roboter das Gehirn und schneidet die Kiemen. Dieser Prozess verhindert, dass der Fisch leidet oder erstickt.

Ike-jime-Technik und Produktqualität

Diese Technologie basiert auf der jahrhundertealten japanischen "Ike-jime"-Tradition. Traditionell töten erfahrene Fischer den Fisch sofort und lassen ihn ausbluten. Laut ixbt.com sättigt sich das Fleisch mit Milchsäure und Stresshormonen, wenn ein Fisch langsam und unter Stress stirbt, was den Geschmack beeinträchtigt und zu einer schnelleren Verderblichkeit führt. Die Shinkei-Roboter haben diesen Prozess im industriellen Maßstab automatisiert.

Ein schneller und humaner Tod verlängert die Haltbarkeit des Fischfleisches und ermöglicht sogar das "Aging" (Reifung). Dieser Prozess, bei dem Enzyme die Muskeln abbauen, erzeugt den für Sashimi notwendigen Umami-Geschmack. Laut Khawaja kann die Haltbarkeit von 5-7 Tagen bei herkömmlichen Methoden auf 14 Tage, manchmal sogar bis zu drei Wochen, verlängert werden.

Logistik und wirtschaftliche Effizienz

Shinkei Systems hat sich von einem reinen Technologieanbieter zu einem vollständig vertikal integrierten Unternehmen entwickelt. Sie stellen Fischern die Poseidon-Geräte kostenlos zur Verfügung und kaufen im Gegenzug die gefangenen Fische zu einem Preis über dem Marktwert auf. Anschließend werden die Produkte in einem Werk in Tacoma, Washington, verarbeitet und unter der Marke Seremoni verkauft.

Derzeit werden diese "Premium"-Fische in der berühmten Supermarktkette Erewhon in Los Angeles und in renommierten Restaurants mit insgesamt 50 Michelin-Sternen verkauft. Bemerkenswert ist, dass japanische Märkte zum ersten Mal in der Geschichte Fische importieren, die in den USA gefangen wurden, da die Shinkei-Technologie die Produktqualität auf japanisches Niveau gehoben hat.

Dieses Projekt löst zudem ein erhebliches Problem der US-Fischereiindustrie. Derzeit wird ein Großteil der in den USA gefangenen Fische zur Verarbeitung nach China geschickt, wo sie durch billige Arbeitskräfte gereinigt und dann zurückgeschickt werden. Durch die Bündelung aller Prozesse an einem Ort – in den USA – möchte Shinkei die Logistikkosten senken und Produktverschwendung (derzeit bis zu 18 %) vermeiden. Große Investoren wie Founders Fund setzen stark auf das Projekt, da eine innovative Lösung für dieses komplexe Problem gefunden wurde.

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