KI-Markt könnte härteren Schlag erleiden als das Dotcom-Crash

KI-Markt könnte härteren Schlag erleiden als das Dotcom-Crash

Asvat Damodaran, Finanzprofessor an der New York University, warnt davor, dass eine potenzielle Marktkrise im Bereich der künstlichen Intelligenz (AI) schmerzhafter sein könnte als das Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre. Laut dem Experten unterscheidet sich die aktuelle Situation aufgrund der Kostenstruktur und des Ausmaßes der Kapitalausgaben grundlegend von früheren Technologiekrisen. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Im Podcast Intangible Economy erinnerte Damodaran daran, dass der Internetboom der späten 1990er Jahre hauptsächlich auf Software und virtuellen Projekten basierte. Die heutige AI-Industrie erfordert jedoch eine gewaltige physische Infrastruktur — Rechenzentren (data centers), Rechenleistung und Energiesysteme. Dass ein Großteil dieser Projekte über Fremdkapital finanziert wird, erhöht das Risiko weiter.

Kapitalaufwand und wirtschaftliche Risiken

Der Professor betonte, dass bei einer starken Marktkorrektur nicht nur die Aktionäre, sondern auch Gläubiger und Auftragnehmer Verluste erleiden würden. Dies würde dazu führen, dass die Krise über den Aktienmarkt hinaus in die Realwirtschaft ausstrahlt. AI-Technologien funktionieren nicht wie traditionelle IT-Unternehmen; mit steigender Nutzerzahl erfordert jede neue Anfrage zusätzliche Rechenressourcen.

Damodaran vergleicht dieses Modell mit dem Dienst von Spotify: Jeder abgespielte Song hat eigene Kosten. Dies widerspricht den klassischen Gesetzen der Plattformökonomie, da das Wachstum der Nutzerbasis bei niedrigen Margen die Unternehmensmittel aushöhlen kann, anstatt Wert zu schaffen. Der Preiswettbewerb verschärft sich, insbesondere durch günstigere Alternativen wie DeepSeek aus China.

"AI-Horror" und soziale Folgen

Der Ökonom bezeichnet das optimistischste Szenario der künstlichen Intelligenz als "AI-Horror". Wenn die Technologie die erwarteten Ergebnisse liefert und die Effizienz drastisch steigert, würde dies nicht nur die Automatisierung einiger Aufgaben betreffen. Dieser Prozess könnte fast die Hälfte der "White-Collar"-Büroangestellten ihren Arbeitsplatz kosten. Der Markt berücksichtigt diese sozialen Kosten derzeit nicht.

Die Tech-Giganten bauen derzeit Infrastrukturen mit einer Abschreibungsdauer von 10 Jahren auf, doch aufgrund des rasanten technologischen Wandels besteht die Gefahr, dass diese bereits nach 5 Jahren veraltet sind. In dieser Hinsicht hält Damodaran die vorsichtige Strategie von Apple für rational. Anstatt aggressiver Investitionen wählt Apple den Weg, den Markt zu beobachten und teure Fehler zu vermeiden.

Laut ixbt.com bleibt es unklar, wann sich die Milliardeninvestitionen von Unternehmen wie NVIDIA, Microsoft und Google in die AI-Infrastruktur amortisieren werden. Damodarans Prognosen mahnen Investoren, nicht zu den nächsten Opfern einer Technologieblase zu werden.

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