Versteckte Energie im Untergrund: USA planen Atomreaktoren in 1,6 km Tiefe

Versteckte Energie im Untergrund: USA planen Atomreaktoren in 1,6 km Tiefe

Das US-Unternehmen Deep Fission, das revolutionäre Ansätze im Energiesektor vorschlägt, hat begonnen, ein großes Auftragsportfolio für sein einzigartiges Projekt — unterirdische Atomreaktoren — aufzubauen. Nach den jüngsten Angaben des Unternehmens hat ein Paket von Absichtserklärungen mit potenziellen Kunden einen Bedarf von 18,5 GW an Kapazität geschaffen. Diese Technologie unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Kernkraftwerken und soll eine neue Ära in Bezug auf Sicherheit und Kompaktheit einleiten. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Das von Deep Fission entwickelte Gravity Nuclear Reactor-Projekt sieht vor, einen kompakten Wasser-Wasser-Reaktor in einen vertikalen Schacht von etwa 1,6 Kilometern Tiefe abzusenken. Diese Tiefe liegt um ein Vielfaches tiefer als selbst die tiefsten Metrolinien. Laut ixbt.com dient diese Platzierung dazu, die vom Kraftwerk beanspruchte Landfläche drastisch zu reduzieren und den Schutz der Anlage vor äußeren Einflüssen zu maximieren.

Künstliche Intelligenz und industrielle Bedürfnisse

Obwohl die bisher unterzeichneten Dokumente keine verbindlichen Verträge darstellen, zeugen sie von einem enormen Marktinteresse. Zu den potenziellen Kunden gehören Betreiber großer Rechenzentren (Data-Center), Industriebetriebe und Entwickler von Industrieparks. Insbesondere das Wachstum von Cloud-Diensten und AI-Technologien, die von Giganten wie NVIDIA und Google entwickelt werden, hat den Strombedarf auf ein beispielloses Niveau gehoben.

Das Unternehmen betont, dass unterirdische Reaktoren wesentlich sicherer sind als herkömmliche kleine modulare Reaktoren (SMR). Da die 1,6 Kilometer dicke Schicht aus Erde und Gestein als natürliche Schutzbarriere fungiert. Dies könnte die sichere Platzierung von Energiequellen auch in der Nähe von Siedlungsgebieten ermöglichen.

Testprozesse und Zukunftspläne

Derzeit setzt Deep Fission im Rahmen des Reactor Pilot Program des US-Energieministeriums ein erstes Demonstrationsprojekt im Great Plains Industrial Park in Kansas um. Spezialisten konnten bereits erfolgreich ein Forschungsbohrloch in einer Tiefe von 1,8 Kilometern bohren. Die dabei gewonnenen Daten dienen als Grundlage für die Vorbereitung des vollmaßstäblichen Schachtes, in dem der Experimentalreaktor installiert wird.

Obwohl das Projekt vielversprechend erscheint, wird es noch Zeit bis zur kommerziellen Anwendung dauern. Das Unternehmen plant, in der ersten Hälfte 2027 einen Lizenzantrag bei der US Nuclear Regulatory Commission (NRC) einzureichen. Erst wenn alle Tests erfolgreich verlaufen sind und die offiziellen Genehmigungen vorliegen, wird der Bau der ersten kommerziellen Anlagen beginnen.

Solche innovativen Lösungen könnten in Zukunft für Länder wie Usbekistan interessant sein, die unter Energiemangel leiden und die Entwicklung der Kernenergie anstreben. Unterirdische Reaktoren sind ein Bereich, der nicht nur unter Sicherheitsaspekten, sondern auch im Hinblick auf die seismische Stabilität untersucht werden muss. Bisher erwartet die Weltgemeinschaft die Ergebnisse dieser experimentellen Bohrungen in den USA.

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