Japanische Technologie: Smartphone-Kameras könnten bis zu 4-mal kleiner werden

Japanische Technologie: Smartphone-Kameras könnten bis zu 4-mal kleiner werden

Japanische Wissenschaftler haben eine neue Art von Fotosensoren entwickelt, die die digitale Bildgebung revolutionieren könnten. Diese von Forschern der Universität Nagoya entwickelten Sensoren verzichten auf herkömmliche Pixelsysteme und können alle Farben gleichzeitig erfassen. Dies könnte das Problem der massiven Kamerahügel bei zukünftigen Smartphones beenden. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Derzeit arbeiten fast alle Digitalkameras mit einem System namens Bayer-Array. Dabei zeichnet jedes Pixel nur eine Farbe (Rot, Grün oder Blau) auf, und eine spezielle Software analysiert die Daten der benachbarten Pixel, um das vollständige Bild wiederherzustellen. Laut ixbt.com erfordert dieser Ansatz eine sehr hohe Anzahl von Elementen auf der Matrix und behindert die Miniaturisierung von Kameras.

Gallium-dotiertes Zinkoxid und transparente Schichten

Japanische Ingenieure schlugen die Verwendung transparenter Nanoblätter auf Basis von Gallium-dotiertem Zinkoxid (GZO) vor. Die Einzigartigkeit dieses Materials liegt in seiner Fähigkeit, das gesamte sichtbare Lichtspektrum zu erfassen. Mehrere übereinander liegende transparente Schichten ermöglichen die Trennung von Farbkomponenten ohne herkömmliche Farbfilter. Forscher schätzen, dass bei einer Erkennung aller drei Primärfarben durch jedes Pixel die Anzahl der Sensorelemente um 75 Prozent reduziert werden kann, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.

Einer der wichtigsten Vorteile des neuen Materials ist seine extrem hohe Transparenz. Jede Nanoblatt-Schicht lässt 99,995 Prozent des Lichts durch. Das bedeutet, dass das Stapeln mehrerer lichtempfindlicher Elemente kaum zu einem Verlust an Bildhelligkeit oder Klarheit führt. Da gewöhnliches Zinkoxid nur schwach auf Licht reagiert, gelang es den Wissenschaftlern, die elektronische Struktur durch die Zugabe von Gallium zu verändern.

Hohe Empfindlichkeit und Langlebigkeit

Während der Experimente zeigte der neue Sensor beeindruckende Ergebnisse. Seine Empfindlichkeit erreichte 800 A/W, während viele kommerzielle Sensoren auf dem heutigen Markt nur etwa 10 A/W aufweisen. Dies bedeutet, dass GZO-Sensoren auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen hochwertige und rauschfreie Aufnahmen ermöglichen.

Der Anwendungsbereich der Technologie beschränkt sich nicht nur auf Smartphones. GZO-Sensoren zeichnen sich durch ihre extreme Langlebigkeit aus:

  • Fähigkeit zum Betrieb bei hohen Temperaturen bis zu 400°C;
  • Stabilität unter Vakuumbedingungen;
  • Hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Solche Eigenschaften machen die neuen Sensoren zu idealen Kandidaten für Automobilelektronik, Industrieanlagen, winzige medizinische Endoskopkameras und sogar für Weltraumsysteme. Zudem deutet die Tatsache, dass diese Sensoren bei Raumtemperatur hergestellt werden können, auf relativ niedrige Produktionskosten hin.

Derzeit wird diese Technologie erfolgreich unter Laborbedingungen getestet. Sollte sie in die Massenproduktion gehen, werden wir eine Ära nicht nur dünnerer Smartphones erleben, sondern auch intelligenter Geräte, die in Kleidung integriert oder für das Auge nahezu unsichtbar sind.

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