Ehemaliger SpaceX-Ingenieur will die Raumfahrtindustrie revolutionieren: 65 Millionen Dollar für das Senra-Projekt

Ehemaliger SpaceX-Ingenieur will die Raumfahrtindustrie revolutionieren: 65 Millionen Dollar für das Senra-Projekt

Das Startup Senra, gegründet vom ehemaligen SpaceX-Ingenieur Jordan Black, hat 65 Millionen Dollar eingesammelt, um die Produktion von elektrischen Verkabelungssystemen für Raketen und Flugzeuge zu modernisieren. Das Projekt zielt darauf ab, komplexe Kabelbäume (wire harnesses) zu digitalisieren, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert haben und immer noch auf manueller Arbeit basieren. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet.

Ein elektrisches Verkabelungssystem fungiert als das „Nervensystem“, das alle elektronischen Komponenten einer Rakete, eines Flugzeugs, eines Fahrzeugs oder eines Satelliten verbindet. Laut TechCrunch steckt dieser Sektor technologisch noch auf dem Stand des Kalten Krieges. Derzeit werden Kabel für Raumschiffe hauptsächlich von Hand auf Holztischen durch erfahrene Fachkräfte montiert.

Als Jordan Black bei SpaceX den Produktionsprozess für die Starship-Rakete skalierte, erkannte er, dass das Verkabelungssystem der größte Engpass war. Ihm zufolge sind die Prozesse in vielen Fabriken weltweit nicht automatisiert, was das Fehlerrisiko erhöht. Senra hat eine spezielle Softwareplattform namens Amp entwickelt, um diese Lücke zu schließen.

Qualitätskontrolle und digitale Zwillinge

Die neue Technologie digitalisiert jeden Schritt der Produktion. Durch die Erstellung eines „digitalen Zwillings“ leitet das System die Techniker an und überwacht den Materialverbrauch. Dies ist in der Raumfahrtindustrie entscheidend, wo selbst kleinste Fehler zu einer Katastrophe führen können.

Beispielsweise wurde 2023 festgestellt, dass das Verkabelungssystem des Starliner-Raumschiffs von Boeing mit brennbarem Klebeband umwickelt war. Dieser Fehler zwang dazu, das gesamte Projekt zu stoppen und alle Kabel neu zu verlegen, was das Unternehmen Millionen von Dollar kostete. Die von Senra angebotene automatisierte Software zielt darauf ab, solche menschlichen Fehler auf null zu reduzieren.

An der Investitionsrunde beteiligten sich große Risikokapitalgeber wie Lowercarbon, Interlagos, Sequoia Capital und Andreessen Horowitz. Die Mittel werden für den Ausbau der Produktionskapazitäten und die Erfüllung von Aufträgen für die Verteidigungsindustrie verwendet. Zu den Kunden des Unternehmens gehören derzeit Hersteller von U-Booten, Satelliten und militärischen Bodenfahrzeugen.

Elon Musk-Prinzip: Automatisierung ist der letzte Schritt

Jordan Black folgt bei seiner Arbeitsweise dem Prinzip von SpaceX-Gründer Elon Musk: „Automatisierung sollte der letzte Schritt sein.“ Zuerst müssen Prozesse standardisiert und ein solides Fundament geschaffen werden, erst dann können Roboter eingesetzt werden. Bisher verfügen Roboter nicht über die Geschicklichkeit menschlicher Hände bei der Arbeit mit feinen Drähten.

Senra konzentriert sich nicht nur auf Technologie, sondern auch auf die Ausbildung von Fachkräften. Sie haben das einzige staatlich zertifizierte Ausbildungsprogramm für Verkabelungssysteme in den USA gestartet. Dies garantiert die Lieferung hochwertiger Produkte in der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Der Erfolg dieses Projekts wird dazu beitragen, die Kosten für Weltraumstarts zu senken und die Montagegeschwindigkeit von Geräten zu erhöhen. Während früher große Raketen nur wenige Male pro Jahr produziert wurden, eröffnet der neue Ansatz die Möglichkeit, Stückzahlen in die Hunderte zu bringen.

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