Die KI-Revolution: Rechenzentren vor Energieengpässen bis 2035

Die KI-Revolution: Rechenzentren vor Energieengpässen bis 2035

Die rasante Entwicklung von KI-Technologien übt beispiellosen Druck auf das globale Energiesystem aus. Einem neuen Bericht von BloombergNEF zufolge wird der Strombedarf von Rechenzentren bis 2035 voraussichtlich das Vierfache des aktuellen Niveaus erreichen. Das bedeutet, dass im nächsten Jahrzehnt allein in den USA ein Fünftel der gesamten Stromerzeugung für die Aufrechterhaltung der digitalen Infrastruktur aufgewendet wird. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet .

Experten prognostizieren, dass das Wachstum des KI-Rechenvolumens die Gesamtkapazität der Rechenzentren im nächsten Jahrzehnt auf 200 GW ansteigen lassen wird. Fast die Hälfte dieser Kapazität wird für das Training neuronaler Netze und deren Betrieb (Inference) verwendet. Interessanterweise wird sich der Großteil dieser Prozesse in den USA konzentrieren – bis 2033 werden 64 % aller KI-Chips weltweit aus dem dortigen Energienetz gespeist.

Krise im Energiesystem

Die Analysten von BloombergNEF sahen sich gezwungen, ihre Prognosen aus dem Vorjahr deutlich nach oben zu korrigieren. Im neuen Bericht wurde die Energieverbrauchsprognose für 2035 gegenüber dem Dezember-Wert um 83 % angehoben. Dies zeigt, dass die Wachstumsraten in diesem Sektor selbst die kühnsten Analysen übertreffen. Auch einflussreiche Organisationen wie EPRI und S&P haben ihre Prognosen mehrfach nach oben korrigiert.

Ein solches Wachstum der Rechenzentren wird zu einer ernsthaften Belastungsprobe für die ohnehin schon überlasteten Stromnetze. Im PJM Interconnection-System, das das Gebiet von Virginia bis Illinois abdeckt, wird beispielsweise erwartet, dass 34 % der erzeugten Energie allein in Rechenzentren fließen. Im ERCOT-System, das einen großen Teil von Texas versorgt, liegt dieser Wert bei 22 %.

Steigende Preise und Infrastrukturbeschränkungen

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt bereits zu wirtschaftlichen Folgen. Im vergangenen Jahr sind die Strompreise in einigen Regionen um 76 % gestiegen. Große Netzbetreiber wie PJM haben Schwierigkeiten, neue Nutzer anzuschließen. Sogar große Versorgungsunternehmen wie American Electric Power drohen aufgrund der angespannten Lage im System mit dem Ausstieg aus dem allgemeinen Netz.

Global gesehen wird die Expansion von KI-basierten Rechenzentren einen neuen Energiebedarf von 1.935 TWh weltweit verursachen. Zum Vergleich: Das entspricht fast dem gesamten jährlichen Verbrauch von Indien. Auch für Länder wie Usbekistan, in denen die Digitalisierung aktiv voranschreitet, zeigt dieser globale Trend, wie wichtig Energieeffizienz und der Übergang zu grüner Energie in Zukunft sein werden.

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