Führende US-Autobauer sprechen weniger über Elektroautos

Führende US-Autobauer sprechen weniger über Elektroautos

In der Automobilindustrie vollzieht sich ein drastischer Wandel. General Motors und Ford, die früher enorme Investitionen in Elektrofahrzeuge (EVs) steckten, schenken diesem Thema bei Investorstreffen heute weniger Aufmerksamkeit als zuvor. Analytischen Daten von ixbt.com und TechCrunch zufolge haben diese beiden großen amerikanischen Autogiganten in den vierteljährlichen Bilanzkonferenzen der letzten sieben Jahre seltener über die Zukunft von EVs diskutiert als vor der Pandemie. Das berichtet Techcrunch.com berichtet .

Diese Entwicklung überrascht Beobachter der Nachrichten der letzten zwei Jahre kaum. Unternehmen haben Pläne zur Einführung neuer Elektromodelle geändert, verschoben oder komplett gestrichen. Infolgedessen wurden Fabrikpläne reduziert und Entlassungen verzeichnet. Dennoch setzen GM und Ford den EV-Verkauf fort und verfügen über künftige Produktpaletten, doch ihre strategische Gesamtausrichtung spiegelt sich deutlich in den Finanzdaten wider.

Finanzanalyseergebnisse und Künstliche Intelligenz

Die in New York ansässige Finanzforschungsfirma Hudson Labs hat die Transkripte von Finanzberichten aus der S&P Market Intelligence-Datenbank analysiert, die seit 2019 veröffentlicht werden. Mithilfe des für hochpräzise Finanzrecherchen entwickelten KI-Tools Co-Analyst wurde jeder Satz thematisch analysiert. So wurden der Anteil jedes Themas an den Diskussionen und die Erwähnungshäufigkeit in Meetings ermittelt.

Stellantis, einer der großen drei Detroiter Autohersteller, wurde bei dieser Analyse außen vor gelassen. Der 2021 durch die Fusion von Fiat Chrysler und der französischen PSA Group entstandene Autokonzern hinkte der US-Konkurrenz beim Tempo der Umstellung auf EVs traditionell hinterher. Zudem hielt Stellantis bis zum ersten Quartal dieses Jahres im Gegensatz zu den meisten börsennotierten Unternehmen umfassende Bilanzkonferenzen nur zweimal statt viermal im Jahr ab.

Neue Prioritäten der Autohersteller

Laut einer analytischen Erklärung von General Motors-Sprecher Jim Cain gilt derzeit: „Qualität ist wichtiger als Quantität.“ Er betonte, das Unternehmen bekräftige stets, dass EVs das langfristige Hauptziel seien und die Kundenloyalität sowie der Marktanteil wachsen. Gleichzeitig wird in Meetings auch Wachstumsbereichen wie Software, Dienstleistungen, autonomer Technologie sowie komplexen Themen wie Vertrieb, Regulierungspolitik und operativen Kennzahlen ausreichend Zeit gewidmet.

Ford-Sprecher David Tovar verwies auf die neue Plattform „Universal Electric Vehicle“, deren Markteinführung für das kommende Jahr geplant ist. Seiner Ansicht nach wird das erste vom Band rollende Produkt — ein mittelgroßer Pickup — den Sweet Spot des EV-Marktes in puncto Preis, Wert und Technologie treffen.

Zur Einordnung: General Motors setzte zu seiner Zeit als einer der Ersten im Vergleich zu vielen anderen großen Autokonzernen auf Massenmarkt-EVs. Das Unternehmen präsentierte das Modell Bolt EV im Januar 2016 auf der Consumer Electronics Show und brachte es etwa sechs Monate vor Beginn der Model 3-Auslieferungen durch Tesla auf den Markt.

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