Kyoto Fusioneering beginnt mit der Entwicklung eines neuen Geräts für Fusionskraftwerke

Bei der Fusionsenergie liegt der Fokus meist auf den Reaktoren selbst, die enorme Mengen an Energie erzeugen. Laut ixbt.com und TechCrunch können solche Reaktoren jedoch ohne die erforderlichen Zusatzanlagen nicht lange betrieben werden, und ihr Bau ist äußerst kostspielig. Daher lagern viele Start-ups den übrigen Teil der Infrastruktur lieber an spezialisierte Zulieferer aus. TechCrunch.com berichtet darüber.
Unter den Dutzenden Unternehmen, die in der entstehenden Fusions-Lieferkette aktiv sind, zählt das japanische Unternehmen Kyoto Fusioneering zu den größten Spezialisten. Nach Angaben von FusionX konnte das Unternehmen bislang 121 Millionen US-Dollar an Investitionen einwerben. Nun erhielt es Fördermittel vom US-Energieministerium und vom Oak Ridge National Laboratory (ORNL) im Bundesstaat Tennessee, um einen Prototypen für eine Brennstoffzuchtanlage zu bauen.
Zeitgleich mit der Ankündigung erklärte Kyoto Fusioneering, seinen US-Hauptsitz nach Oak Ridge zu verlegen. Damit wird bestätigt, dass sich das Start-up zu einem wichtigen Akteur der Branche entwickelt hat. Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Fusion Industry Association gaben mehr als die Hälfte der Fusions-Start-ups an, bei Technologien für den Brennstoffkreislauf mit externen Zulieferern wie Kyoto Fusioneering zusammenarbeiten zu wollen.
Das Unity-3-Gerät und seine Bedeutung
Das geplante Unity-3-Gerät von Kyoto Fusioneering wird gemeinsam mit dem ORNL entwickelt und soll eine als „breeding blanket“ bezeichnete Technologie testen. Diese Brutdecken gewinnen Energie aus einem Fusionsreaktor und erzeugen zugleich neuen Fusionsbrennstoff. Bei einem solchen Design kommt flüssiges Lithium zum Einsatz, das sowohl Wärme als auch Neutronen absorbiert.Wenn Lithiumatome innerhalb der Brutdecke von Neutronen bombardiert werden, zerfallen sie in Helium und Tritium, ein Wasserstoffisotop, das für viele Reaktordesigns ein wichtiger Brennstoff ist. Anschließend wird das Tritium aus der Brutdecke gewonnen und dem Reaktor zugeführt, während die Wärme zur Stromerzeugung genutzt wird. Dafür sind hitzebeständige Materialien, spezielle Pumpen und weitere spezialisierte Anlagen erforderlich.
Künftige Zusammenarbeit und Perspektiven
Kyoto Fusioneering beschränkt sich nicht auf Brutdecken, sondern entwickelt auch Systeme, um Fusionsbrennstoff in Plasma umzuwandeln und zu erhitzen, unverbrannten Brennstoff aus Abgasen zurückzugewinnen sowie Wärme zur Stromerzeugung zu sammeln. Das Unity-3-Gerät wird neben flüssigem Lithium auch die Leistungsfähigkeit anderer Arten von Brutdeckenmaterialien testen.Das neue Gerät wird Forschern und Start-ups ermöglichen, Daten praktisch zu überprüfen, die bisher hauptsächlich mithilfe von Computermodellen gewonnen wurden. Insbesondere andere Fusions-Start-ups wie Realta Fusion, Thea Energy, Type One Energy und Xcimer Energy werden bei der Entwicklung ihrer Reaktoren auf Ergebnisse aus den Unity-3-Experimenten zurückgreifen.

















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