Apple warnt Nutzer vor gefährlicher Spyware

Apple warnt Nutzer vor gefährlicher Spyware

Apple hat Kunden weltweit dringende Warnmeldungen geschickt und sie darüber informiert, dass ihre Geräte zum Ziel hochentwickelter Spyware geworden sind. Laut TechCrunch und Organisationen für digitale Rechte bleibt die Zahl der Nutzer, die aktuelle Bedrohungswarnungen erhalten, beispiellos hoch und liegt deutlich über den bisher beobachteten Werten. TechCrunch.com berichtet darüber.

Am Freitag verschickte der Technologiekonzern E-Mails an Kunden in 110 Ländern und warnte sie, dass ihre Geräte mit leistungsfähiger Spyware angegriffen worden seien. Apple sendet solche Warnungen regelmäßig an Nutzer, die von Schadsoftware betroffen oder ins Visier genommen wurden, die typischerweise von Regierungen eingesetzt und als „mercenary spyware“ bezeichnet wird. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen Kunden in mehr als 150 Ländern über solche Gefahren informiert.

Reaktionen von Experten und Nutzern

Forscher der Organisation Access Now, an die sich Betroffene laut Apple wenden sollen, erklärten, dass die Zahl der Hilfesuchenden nach der jüngsten Welle stark angestiegen sei. Muhammad Al-Maskati, der Direktor der Gruppe, sagte gegenüber TechCrunch, dass seit Freitag eine Rekordzahl von Anfragen bei ihrer Hotline eingegangen sei. Das waren etwa 30 % bis 40 % mehr als der durchschnittliche Anfragenanstieg nach gewöhnlichen Warnmeldungen.

Unter den Hilfesuchenden waren auch Personen, die bereits zuvor ähnliche Bedrohungswarnungen erhalten hatten. Außerdem berichteten zahlreiche Nutzer am Wochenende öffentlich in sozialen Netzwerken, dass sie diese Warnungen erhalten hätten. Experten betonten, dass diese Welle zu den größten in der Geschichte des Unternehmens gehörte.

Militärangehörige im Visier

Unter den Empfängern der Warnungen befand sich offenbar auch ein Soldat der ukrainischen Streitkräfte, der an Kampfhandlungen in der Ukraine beteiligt ist. Der Soldat, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, sagte, er habe die Nachricht zunächst für einen Betrugsversuch gehalten. Erst nachdem er sie über Apple überprüft hatte, glaubte er an ihre Echtheit.

Nach eigenen Angaben war der Soldat wirklich überrascht, da er sich nie für ein derart wichtiges Ziel gehalten hatte, auch wenn er die Nachricht teilweise als schmeichelhaft empfand. Außerdem erklärte er, dass er wisse, dass auch andere ukrainische Militärangehörige solche Warn-E-Mails erhalten hätten und über die Situation etwas beunruhigt seien.

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