18 Tage altes Baby gibt Mutter unter Trümmern Kraft

18 Tage altes Baby gibt Mutter unter Trümmern Kraft

Der Überlebenskampf einer Frau, die nach einem schweren Erdbeben in Venezuela mit ihrem 18 Tage alten Baby unter den Trümmern begraben wurde, hat die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen. Dayana Patino, die von Rettungskräften lebend geborgen wurde, erzählte von den schrecklichen Momenten, die sie durchlebte.

Sie sagt, dass ihr neugeborener Sohn Juan David ihr selbst in den schwersten Momenten die Kraft und Hoffnung zum Leben gab.

„Solange er lebte, hatte ich kein Recht aufzugeben. Ich habe immer wieder seine Nase berührt, um zu prüfen, ob er atmet“, sagt Dayana.

Hoffnung unter den Trümmern

Das schwere Erdbeben, das Venezuela am 24. Juni erschütterte, wurde zu einer der tragischsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Offiziellen Angaben zufolge sind bis zum 29. Juni mindestens 1.450 Menschen ums Leben gekommen, Zehntausende werden vermisst. Obwohl die Such- und Rettungsarbeiten noch andauern, schwinden die Chancen, Überlebende zu finden, zusehends.

Inmitten dieser Tragödie wird die Rettung von Dayana und ihrem 18 Tage alten Sohn als wahres Wunder gefeiert. Videos des Rettungseinsatzes haben Millionen Menschen in den sozialen Medien berührt. Der kleine Juan David wurde für viele zum Symbol der Hoffnung.

„Ich habe mein Baby nur fest umarmt“

Zum Zeitpunkt des Erdbebens spülte Dayana in ihrer Wohnung im achten Stock in der Stadt La Guaira Geschirr. Zuerst hielt sie das Beben für eine leichte Erschütterung. Doch wenige Sekunden später änderte sich die Lage dramatisch.

Die Mutter nahm ihr Baby sofort in den Arm. Dann begann das gesamte Gebäude einzustürzen.

„Ich hatte das Gefühl, durch die Luft zu fliegen. Dann fühlte es sich an, als würde ich in Wasser und Erde versinken. Ich wundere mich heute noch, wie ich mein Baby nicht losgelassen habe“, sagt sie.

Die unter den Trümmern eingeschlossene Frau rief anfangs laut um Hilfe. Als sie jedoch merkte, dass sie niemand hörte, beschloss sie, ihre Kräfte zu schonen. Danach rief sie nur noch um Hilfe, wenn sie Stimmen oder Schritte in der Nähe hörte.

Die Stimme, die die Retter erreichte

Obwohl Dayanas linkes Bein unter Betonstücken eingeklemmt war und ihr Kopf zwischen Steinen feststeckte, versuchte sie, die Fassung nicht zu verlieren.

Nach einer Weile hörte sie die Stimme ihres Bruders und antwortete mit all ihrer Kraft. Ihr Bruder versprach ihr, sie zu retten, was ihr Hoffnung gab.

Am Abend des 25. Juni wurden Mutter und Kind nach einer komplexen Rettungsaktion lebend aus den Trümmern geborgen. Während Dayana Verletzungen an beiden Beinen erlitt, kam das Baby mit leichten Blessuren davon.

„Es war, als hätte mir das Leben eine zweite Chance gegeben“

Das Familienoberhaupt Gerson war während des Erdbebens gerade auf dem Heimweg. Als er den Einsturz des Hochhauses sah, glaubte er, seine Frau und sein Kind verloren zu haben.

Der Moment, als er sah, dass sie noch lebten, war einer der bewegendsten Augenblicke seines Lebens.

„Dieses Gefühl lässt sich schwer in Worte fassen. Ich dachte, ich hätte sie verloren. Als ich meinen Sohn in den Armen hielt, war es, als wäre mir das Leben noch einmal geschenkt worden.“

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