Tod von 43 Studenten: Ex-Gouverneur festgenommen

Ángel Aguirre, ehemaliger Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Guerrero, ist wegen des Verdachts festgenommen worden, die Vernichtung wichtiger Beweise im Fall der 43 Studenten angeordnet zu haben, die 2014 verschwanden. Dies teilte Mexikos Generalstaatsanwältin Ernestina Godoy mit.
Ihr zufolge wird Aguirre der Behinderung der Justiz und des Verbrechens des gewaltsamen Verschwindenlassens verdächtigt. Der ehemalige Gouverneur hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zuvor zurückgewiesen.
Der Vorfall gilt als eine der größten Menschenrechtstragödien in der Geschichte Mexikos. Internationalen Ermittlungen zufolge wurden 43 Studenten der Lehrerausbildungsstätte Ayotzinapa getötet, nachdem Mitglieder einer organisierten kriminellen Gruppe und Polizeibeamte während ihrer Fahrt zu einer Demonstration in Mexiko-Stadt kolludiert hatten. Bisher konnten nur die sterblichen Überreste von drei Studenten identifiziert werden; das Schicksal der übrigen ist weiterhin unbekannt.
Die Generalstaatsanwältin erklärte, Aussagen von zwei Personen, die im Januar und Mai dieses Jahres befragt wurden, darunter ein geschützter Zeuge, deuteten darauf hin, dass Aguirre möglicherweise ein Treffen mit hochrangigen Beamten über die Vernichtung von Beweisen im Zusammenhang mit der Nacht des Verschwindens der Studenten abgehalten habe. Einzelheiten des Treffens wurden im Interesse der Ermittlungen bislang nicht veröffentlicht.
Godoy zufolge bestätigen die neuen Beweise die Möglichkeit, dass der ehemalige Gouverneur an der Vernichtung von Informationen beteiligt war, die helfen könnten, das Schicksal der Studenten zu klären. Nach mexikanischem Recht wird der Nachname des Verdächtigen deshalb in offiziellen Mitteilungen mit dem Buchstaben „N“ angegeben.
Den Ermittlungen zufolge hatten die Behörden des Bundesstaates zuvor erklärt, es gebe keine Aufnahmen von Überwachungskameras, die die Busse zeigten, in denen die Studenten unterwegs waren. Ein Zeuge, der wegen Drohungen bislang geschwiegen hatte, erklärte sich jedoch in diesem Jahr bereit, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.
Ángela Buitrago, Mitglied der Internationalen Interdisziplinären Gruppe Unabhängiger Experten, erklärte, diese Ermittlungsrichtung sei bereits 2015 erkannt worden. Ihrer Ansicht nach stärken die neuen Informationen die früheren Schlussfolgerungen, dass staatliche Stellen an dem Verbrechen beteiligt waren.
Der Pressedienst von Enrique Peña Nieto, der von 2012 bis 2018 Präsident Mexikos war, hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert.

















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