Geheimnisvolle Gründe für die Annäherung zwischen Vučić und Selenskyj enthüllt

Die jüngsten Beziehungen zwischen dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben die Aufmerksamkeit internationaler Politiker und Diplomaten auf sich gezogen. Politico hat anhand von Expertenanalysen offengelegt, welche Interessen tatsächlich hinter dieser unerwarteten diplomatischen Annäherung stehen.
Experten zufolge handelt es sich bei diesen Beziehungen nicht nur um symbolische politische Kontakte, sondern um sehr wichtige militärische, wirtschaftliche und geopolitische Kalkulationen.
„Kritik der Europäischen Union abmildern und Wahlkampftaktik“
Florian Bieber, Direktor des Zentrums für Südosteuropastudien an der Universität Graz, erklärt, dass die Stärkung der Beziehungen zu Kyjiw für Vučić vor allem notwendig ist, um Serbiens Ansehen in Brüssel, also bei der Europäischen Union, zu wahren:
„Vučić hofft, in den kommenden Monaten aufgrund seiner engen oder zumindest symbolisch herzlichen Beziehungen zu Selenskyj weniger Kritik von der Europäischen Union ausgesetzt zu sein. Auf diese Weise versucht er, vor den erwarteten Wahlen in Serbien einen gewissen Einfluss innerhalb der EU aufzubauen.“, sagt Bieber.
Waffen, die die NATO nicht liefern konnte: Die Bedeutung serbischer Munition für die Ukraine
Der praktischste und wichtigste Aspekt dieser Annäherung betrifft jedoch den Verteidigungsbereich. Serbien ist derzeit eines der wenigen Länder, die dringend benötigte Munition für die alten Artilleriesysteme und Panzer sowjetischer Kaliber herstellen, die von der ukrainischen Armee eingesetzt werden.
NATO-Staaten produzieren diese Art von Munition kaum. Daher ist die Zusammenarbeit mit Serbien für Kyjiw trotz Vučićs politischer Haltung zu einer Frage von Leben und Tod geworden.
„Unter den derzeitigen Bedingungen ist die Ukraine gezwungen, sich ausschließlich auf ihre dringendsten und lebenswichtigen Bedürfnisse zu konzentrieren. In dieser Situation ist Vučić ein äußerst wichtiger Partner für Kyjiw“,fügt der Experte hinzu.
Selenskyjs Besuch in Belgrad und die Kosovo-Krise
Am 8. August dieses Jahres traf Wolodymyr Selenskyj zu einem offiziellen Besuch in Belgrad ein. Vučić empfing den Gast persönlich, anschließend führten die beiden Staatschefs Gespräche auf höchster Ebene. Zum Abschluss des Besuchs unterstützte der serbische Präsident erneut öffentlich die „territoriale Integrität“ der Ukraine.
Der umstrittenste Moment des Besuchs war jedoch Selenskyjs Haltung zur Kosovo-Frage:
Unterstützung für Serbien: Der ukrainische Präsident verteidigte offiziell Belgrads Position zur Souveränität Kosovos.
Prishtinas scharfe Reaktion: Nach dieser Erklärung wurde ein großes Banner mit der Aufschrift „Freiheit für die Ukraine“, das seit 2022 im Zentrum von Prishtina hing, sofort entfernt. Kosovos Außenminister Glauk Konjufca äußerte sein tiefes Bedauern über Selenskyjs Entscheidung.
Handel im Wert von mindestens 500 Millionen Dollar und ein Freihandelsabkommen
Neben der militärisch-politischen Zusammenarbeit bauen Belgrad und Kyjiw auch ihre Wirtschaftsbeziehungen rasch aus. Nach Angaben von Vučić hat der Handel zwischen den beiden Ländern bereits 500 Millionen Dollar erreicht.
Nach dem Treffen schloss Serbiens Präsident auch nicht aus, künftig ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine abzuschließen.
Hinterlassen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren und teilen Sie den Artikel über Telegram oder andere soziale Netzwerke mit Ihren Bekannten.


















Kommentare 0
…