Japan bereitet sich offiziell auf den Aufbau einer Armee und ein Referendum vor

Die japanische Verfassung, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unverändert geblieben ist, steht erstmals in der Geschichte vor tiefgreifenden Reformen. Die Regierungskoalition in Tokio hat begonnen, den pazifistischen Artikel 9 zu überarbeiten und offizielle Konsultationen aufgenommen, um Differenzen beizulegen und einen Konsens zu erzielen.
Laut der Nachrichtenagentur Kyodo beabsichtigt die japanische Premierministerin Sanae Takaichi diese wichtige parlamentarische Initiative bis Februar 2027 vollständig zu formalisieren.
Streit in der Regierungskoalition: Wie wird Artikel 9 geändert?
Die Parteien innerhalb der Regierung verfolgen zwei unterschiedliche Ansätze zum Status der Armee:
Vorschlag der Liberaldemokratischen Partei (LDP): Die von Premierministerin Takaichi geführte Hauptkraft schlägt vor, Artikel 9 im Allgemeinen beizubehalten, jedoch einen separaten Absatz hinzuzufügen, der den bereits operierenden „Selbstverteidigungskräften“ einen offiziellen rechtlichen Status verleiht.
Forderung der „Japanischen Innovationspartei“: Der kleinere Partner im Kabinett wählt einen radikaleren Weg: Sie wollen den 2. Absatz, der den Besitz von Land-, See- und Luftstreitkräften verbietet, vollständig streichen und den Begriff „Nationale Verteidigungsarmee“ in die Verfassung aufnehmen.
Aktuelles Verbot: Gemäß dem derzeitigen Artikel 9 hat das japanische Volk für immer auf den Krieg und die Lösung internationaler Konflikte durch bewaffnete Gewalt verzichtet; das Recht des Staates zur Kriegsführung wird offiziell nicht anerkannt.
„Auf dem Papier Polizei, in der Realität eine mächtige Armee“
Obwohl in der offiziellen Gesetzgebung festgelegt ist, dass Japan keine Armee haben darf, hat die reale Situation bereits das Niveau einer globalen Militärmacht erreicht:
Moderne Flotte und Flugzeugträger: Obwohl die von Tokio aufgestellten „Selbstverteidigungskräfte“ theoretisch als eine Art Polizei betrachtet werden, verfügt das Land über eine mächtige militärische Flotte, die in Kürze um zwei leichte Flugzeugträger ergänzt wird.
Kampfjets der 5. Generation und Langstreckenraketen: Die moderne Luftwaffe ist mit Flugzeugen der fünften Generation ausgerüstet, und das Arsenal der Bodentruppen wurde kürzlich um mobile Bodenraketen mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern erweitert.
Die Hürde des Referendums: Wird eine Verfassungsänderung einfach sein?
Der Prozess zur Umsetzung der Änderungen besteht aus äußerst komplexen rechtlichen Phasen:
Die 2/3-Mehrheit im Parlament: Laut Gesetz ist für eine Verfassungsänderung die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln (2/3) der Abgeordneten beider Parlamentskammern erforderlich.
Politisches Gleichgewicht: Nach den Wahlen im Februar 2026 errang die LDP im Unterhaus zwar mehr als zwei Drittel der Sitze, doch im Oberhaus verfügt die Partei nicht einmal über eine einfache Mehrheit.
Historisches Referendum: Nach der Zustimmung des Parlaments muss diese schicksalhafte Frage einem landesweiten Referendum unterzogen werden – ein solches Referendum wurde in der Geschichte Japans noch nie durchgeführt.

















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