Frank Lampard und John Terry erinnern sich an José Mourinhos Abschied

Frank Lampard und John Terry erinnern sich an José Mourinhos Abschied

Die legendären Chelsea-Spieler Frank Lampard und John Terry, die die Erfolge des Klubs in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt haben, haben enthüllt, wie emotional belastend der Abschied von Trainer José Mourinho beim Londoner Klub im September 2007 war. Eine dreiteilige Dokumentarserie über Mourinho, die derzeit auf Netflix läuft, beleuchtet ausführlich das Ende der ersten Amtszeit des portugiesischen Trainers an der Stamford Bridge und die internen Konflikte, die zu seiner Entlassung führten. Nach Informationen von Goal.com und anderen internationalen Sportmedien teilen die prägenden Spieler aus der goldenen Ära des Klubs in dem Projekt ihre Erinnerungen. Wie Goal.com berichtet.

Interne Konflikte im Klub und Mourinhos Abschied

Wie sich herausstellte, hatte sich das Verhältnis zwischen José Mourinho und dem damaligen Klubbesitzer Roman Abramovich hinter den Kulissen zunehmend verschlechtert. Der portugiesische Trainer, der zuvor zahlreiche Trophäen mit der Mannschaft gewonnen hatte, musste sein Amt wegen Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung aufgeben. Mourinho selbst erklärte, die Konflikte hätten begonnen, weil Außenstehende in die interne Struktur des Klubs eingegriffen hätten.

Frank Lampard, einer der stärksten Mittelfeldspieler der vergangenen Jahre, erinnerte sich an die Situation und den emotionalen Moment, als José Mourinho die Umkleidekabine betrat und persönlich bekannt gab, dass er entlassen worden war. Seinen Worten zufolge war diese Nachricht für die Spieler ein völlig unerwarteter Schock, und selbst Profifußballer konnten ihre Emotionen nicht zurückhalten.

Lampard beschrieb die damalige Atmosphäre so: Ich erinnere mich noch genau daran, wie er in die Umkleidekabine kam und uns sagte, dass er entlassen worden war. Ich konnte nicht anders, als darüber nachzudenken, wie sehr dieser Mann meine Karriere unterstützt hatte und wie gerne ich mit ihm gearbeitet hatte. Es flossen Tränen, obwohl man so etwas in einer Umkleidekabine normalerweise nicht erlebt, wenn ein Trainer geht, räumte er ein.

John Terrys Bedauern und das Spiel gegen Rosenborg

John Terry, der Abwehrchef und Anführer der Mannschaft, machte ebenfalls keinen Hehl aus seinem grenzenlosen Respekt für José Mourinho und erklärte, dass er sich wegen des 1:1-Unentschiedens gegen Rosenborg in der Champions League, das zum Abschied des Trainers beigetragen hatte, noch immer schuldig fühle. Er betonte, dass ein Gegentor nach seinem Fehler in diesem Spiel das Schicksal des Trainers besiegelt haben könnte.

Terry schilderte seine Gefühle offen: Für ihn wäre ich sogar in einem Sarg bereit gewesen, vom Platz zu gehen. Man konnte sehen, wie erwachsene Männer Tränen im Gesicht hatten und nicht verstanden, was gerade passierte. Noch heute denke ich, dass es meine Schuld war. Wenn ich in diesem Spiel keinen Fehler gemacht hätte, wäre er dann noch ein paar Jahre geblieben? Wer weiß das schon? Es ist bedauerlich, wie all das endete.

Die Distanz zwischen Vereinsführung und Trainer

In der Dokumentation sprach auch José Mourinho selbst darüber, wie die interne Dynamik im Klub aus dem Gleichgewicht geraten war. Seinen Worten zufolge war seine Beziehung zu Roman Abramovich zunächst professionell und auf einen engen Kreis beschränkt. Mit der Zeit begannen jedoch externe Berater, ehemalige Spieler und andere Interessengruppen, sich in dieses Dreiecksverhältnis einzumischen.

Mourinho betonte, dass dies die interne Atmosphäre der Mannschaft negativ beeinflusst und die Grundlage für ihre Erfolge beschädigt habe. Für die Chelsea-Fans bleibt diese Zeit dennoch eines der glänzendsten Kapitel der Klubgeschichte. Die Aussagen von Lampard und Terry bestätigten erneut, wie stark die Verbindung zwischen der Mannschaft und ihrem Trainer gewesen war.

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