Pegasus-Skandal: Politiker, der Spyware untersuchte, selbst Opfer eines Cyberangriffs

Pegasus-Skandal: Politiker, der Spyware untersuchte, selbst Opfer eines Cyberangriffs

Ein sensationeller Spionageskandal in der Europäischen Union hat eine neue Phase erreicht. Es wurde bekannt, dass das Telefon von Stelios Kouloglou, einem griechischen Journalisten, ehemaligen Politiker und Mitglied eines Sonderausschusses zur Untersuchung der illegalen Nutzung der Pegasus-Software, genau durch diese Spyware gehackt wurde. Dieser Vorfall hat die Besorgnis über den Einsatz digitaler Waffen durch Regierungen gegen ihre Kritiker weiter verstärkt. Dies berichtet Techcrunch.com berichtet dass.

Forscher des The Citizen Lab der University of Toronto bestätigten, dass Kouloglous Gerät in den Jahren 2022 und 2023 mehrfach ins Visier genommen wurde. Dies ist der erste Fall, in dem ein Mitglied des PEGA-Ausschusses des Europaparlaments offen Opfer eines Cyberangriffs wurde. Dieser Ausschuss wurde eigens eingerichtet, um den Missbrauch von Spyware durch europäische Regierungen zu untersuchen.

Zero-Click-Technologie und iPhone-Schwachstelle

Wie TechCrunch berichtet, wurde der Cyberangriff durch eine Sicherheitslücke in den iPhones von Apple ermöglicht. Experten betonen, dass es sich um einen "Zero-Click"-Angriff handelte, bei dem der Benutzer weder auf verdächtige Links klicken noch Dateien herunterladen musste. Die Software drang über einen Fehler in der Software des Smart-Home-Systems (HomeKit) des Smartphones in das Gerät ein.

Infolge des Angriffs erhielten die Hacker Zugriff auf Kouloglous private Korrespondenz, Standortdaten, Fotos und konnten sogar Gespräche über das Mikrofon mithören. Besonders beunruhigend ist, dass einer der Angriffe zeitgleich mit einer Operation des Politikers im Krankenhaus stattfand. Dies könnte es den Betreibern der Spyware ermöglicht haben, seinen Gesundheitszustand und private Gespräche im Krankenhaus zu überwachen.

Politischer Druck und Folgen

Kouloglou bezeichnete den Vorfall als "extreme Verantwortungslosigkeit". Andere europäische Gesetzgeber werten dies als direkten Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit. Der Europäischen Kommission wird nun gefordert, konkrete Maßnahmen zur strengen Begrenzung des Einsatzes von Spyware in den 27 Mitgliedstaaten zu ergreifen.

Die Forscher des The Citizen Lab nannten den Staat hinter dem Angriff nicht. Es wurde jedoch festgestellt, dass die für den Angriff verwendete E-Mail-Adresse bereits bei Angriffen auf andere Journalisten in Europa eingesetzt wurde. Dies deutet darauf hin, dass die israelische NSO Group, Entwicklerin von Pegasus, ihrem Kunden Spionage in mehreren Ländern ermöglicht hat.

Dieser Vorfall wirft folgende wichtige Fragen auf:

  • Warum nutzen Regierungen Technologien, die zur Bekämpfung schwerer Kriminalität erworben wurden, gegen ihre eigenen Kritiker?
  • Welche rechtlichen Mechanismen sind erforderlich, um die digitale Sicherheit auf internationaler Ebene zu gewährleisten?
  • Inwieweit können Apple und andere Tech-Giganten ihre Nutzer vor staatlichen Hacking-Angriffen schützen?
Weder die NSO Group noch die Europäische Kommission haben bisher offiziell zu diesem Bericht Stellung genommen. Doch diese Entdeckung wird die Situation vor dem erwarteten Abschlussbericht zu Spionageskandalen in Zypern, Griechenland, Ungarn, Polen und Spanien zweifellos verschärfen.

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