Europa stellt 65 Millionen Euro für den Bau des ersten MAGPIE-Mondrovers zur Mondforschung bereit

Europa stellt 65 Millionen Euro für den Bau des ersten MAGPIE-Mondrovers zur Mondforschung bereit

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat einen großen Vertrag im Wert von 65 Millionen Euro mit ispace-Europe unterzeichnet, um Vorkommen von Wassereis am Südpol des Mondes zu erforschen. Im Rahmen dieses Projekts wird Europas erster Mondrover namens MAGPIE (Mission for Advanced Geophysics and Polar Ice Exploration) entwickelt. Diese Mission gilt als entscheidender Schritt zur Bewertung der künftigen Nutzung von Mondressourcen durch die Menschheit. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Der Start des MAGPIE-Fahrzeugs zum Mond ist für das Jahr 2029 geplant. Es wird mithilfe der ispace Mission 4 Landefähre in den Weltraum transportiert. Die Hauptaufgabe des Mondrovers besteht darin, Wassereis in der Nähe des Mondsüdpols zu suchen sowie die Stabilität flüchtiger Substanzen, die beim Erhitzen verdampfen könnten, und die Eigenschaften des Mondregoliths zu untersuchen. Diese Daten sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Technologien zur Nutzung lokaler Ressourcen für zukünftige Mondbasen.

Ein neuer Ansatz in der Weltraumforschung

Dieses Projekt hat historische Bedeutung für die ESA, da die Agentur zum ersten Mal ein kleines privates Raumfahrtunternehmen als Hauptindustriepartner für ihre Mondmission ausgewählt hat. Das MAGPIE-Projekt ist der erste Teil des Programms Small Exploration Missions (SMEX) der ESA, das darauf abzielt, Forschungsprojekte schneller und mit geringerem Budget umzusetzen. Die Agentur hat erklärt, dass sie bereit ist, ein gewisses Maß an Risiko einzugehen.

Laut ixbt.com kauft die ESA dieses Mal nicht nur die Gerätelieferung ein, sondern ein komplettes Dienstleistungspaket vom Entwurf bis zur Gewinnung wissenschaftlicher Daten. Zwar erinnert dieses Schema an das CLPS-Programm (Commercial Lunar Payload Services) der NASA, jedoch unterscheidet sich der europäische Ansatz dadurch, dass er den Besitz des Rovers selbst und seiner Forschungsergebnisse vorsieht.

Internationale Zusammenarbeit und Erfahrung

Die MAGPIE-Mission ist Teil einer breiten internationalen Zusammenarbeit. Europäische Technologien und das Missionsleitsystem nutzen die Transportinfrastruktur des japanischen Unternehmens ispace. Damit bündeln die ESA und JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) ihre Kapazitäten für künftige Monderkundungen. Diese Kooperation stärkt Europas Position im globalen Wettlauf im All.

Für ispace-Europe ist dies der zweite wichtige Versuch im Rahmen des Mondprogramms. Zuvor erreichte im Jahr 2025 der von der luxemburgischen Niederlassung des Unternehmens entwickelte TENACIOUS-Mondrover die Mondumlaufbahn. Aufgrund eines Fehlers beim Landeanflug ging jedoch der Kontakt zu ihm verloren. Es wird erwartet, dass das neue MAGPIE-Projekt aus vergangenen Fehlern gelernt hat und mit fortschrittlicheren Technologien ausgestattet wird.

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