Ein spezielles Muster soll Überwachungskameras verwirren

Ein spezielles Muster soll Überwachungskameras verwirren

In den USA wurde eine neue Softwarelösung entwickelt, die den Schutz der Privatsphäre gewährleisten und automatisierte Überwachungssysteme umgehen soll. Die vom Cybersicherheitsexperten Bill Swearingen entwickelten Computermuster können auf Kleidung und verschiedene Objekte aufgebracht werden. Sie sind in der Lage, moderne Überwachungskameras und Kennzeichenlesegeräte daran zu hindern, Personen oder Fahrzeuge zu erkennen. Solche Technologien könnten zu einem besonderen Schutzinstrument für Bürger werden, die nicht unter ständiger Überwachung im urbanen Raum leben möchten. Darüber berichtet Techcrunch.com.

Laut TechCrunch trägt das Projekt den Namen noRecognition und richtet sich gegen algorithmische Überwachungssysteme, die in den USA und anderen Regionen weit verbreitet sind. In den vergangenen Jahren wurden Straßenkameras mit AI und Gesichtserkennungstechnologien ausgestattet, wodurch Strafverfolgungsbehörden jede Aktivität in Echtzeit verfolgen können. Eine solche Massenüberwachung löst jedoch bei vielen Fachleuten und gewöhnlichen Bürgern große Besorgnis aus.

Algorithmen statt Kameras verwirren

Swearingen führte im vergangenen Jahr zu diesem Zweck fast 31 Millionen Tests durch. Seinen Erklärungen zufolge beeinträchtigen die entwickelten Muster nicht die Videoaufzeichnung, sondern bringen die Fähigkeit des Kameraalgorithmus, ein Objekt im Bild zu erkennen, vollständig durcheinander. Dadurch gibt das System kein Warnsignal aus, und das Objekt scheint vom Radar zu verschwinden.

Der Experte, der das Projekt von Kansas City aus leitete, betont, dass die Straßen seiner Stadt mit Überwachungskameras übersät seien und die Bevölkerung dem niemals zugestimmt habe. Als er im vergangenen Jahr zu einer Demonstration gehen wollte, gab ihm die Sorge, dass Bürger bei der Ausübung ihrer Rechte durch Überwachungskameras verfolgt werden könnten, den Anstoß für den Start des Projekts.

Erster Test auf der Def-Con-Ausstellung

Das Projekt bestand seinen ersten öffentlichen Test erfolgreich auf der Cybersicherheitskonferenz Def Con in Las Vegas. Während der Veranstaltung wurde unter realen Bedingungen demonstriert, wie ein mit dem speziellen Muster versehenes Fahrzeug Überwachungssysteme verwirren kann. Damit begann ein neues Kapitel in den Debatten über Privatsphäre und Überwachungstechnologien im digitalen Zeitalter.

Bill Swearingen betont, dass Menschen mithilfe spezieller Muster das Recht haben sollten, sich von der Überwachung „abzuschalten“. Seiner Ansicht nach ist Privatsphäre ein Grundrecht, und jeder Bürger sollte die Möglichkeit haben, sich dagegen zu wehren, dass jeder seiner Schritte von staatlichen Stellen oder privaten Unternehmen überwacht wird. Welche Veränderungen solche Technologien in Gesetzgebung und Sicherheitsbereich bewirken werden, ist noch unklar. Dennoch gelten sie als wichtiger Schritt auf dem Weg zur digitalen Privatsphäre.

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