Riesige zehneckige atmosphärische Anomalie auf Saturn entdeckt

Riesige zehneckige atmosphärische Anomalie auf Saturn entdeckt

Astronomen haben eine riesige zehneckige Wolkenstruktur auf der Südhalbkugel des Planeten Saturn identifiziert. Laut ixbt.com ist dieses ungewöhnliche Dekagon das zweitgrößte bekannte atmosphärische Polygon nach dem berühmten Hexagon im Norden des Planeten. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten zufolge.

Diese bedeutende Entdeckung wurde dank Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble aus dem Jahr 2023 ermöglicht. Aufgrund der Ausrichtung Saturns zur Erde zwischen 2012 und 2023 war die südliche Region des Planeten weitgehend verdeckt, weshalb frühere Untersuchungen erfolglos blieben.

Ausmaß und Eigenschaften der riesigen Struktur

Die zehneckige Wolkenformation besticht durch ihre gewaltigen Ausmaße. Berechnungen zufolge beträgt der Umfang des bewölkten Dekagons etwa 167.820 Kilometer, wobei jede Seite auf etwa 16.782 Kilometer geschätzt wird.

Zum Vergleich: Das berühmte Hexagon am Nordpol des Saturn hat eine Breite von etwa 32.000 Kilometern. Ersten Berechnungen der Wissenschaftler zufolge benötigt das neu entdeckte Polygon fast 800 Tage für eine vollständige Umdrehung.

Die Rolle atmosphärischer Strömungen

Experten gehen davon aus, dass dieses Dekagon durch das Zusammenspiel starker atmosphärischer Strömungen entstanden ist. Computermodelle haben gezeigt, dass gekrümmte Wellen, die durch Jetstreams aufrechterhalten werden, die Fähigkeit besitzen, stabile polygonale Strukturen zu bilden.

Mit demselben Mechanismus hatten Wissenschaftler zuvor bereits den Ursprung des nördlichen Hexagons erklärt. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Formationen.

Während das nördliche Hexagon seine Form über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert beibehalten hat, verändern Teile des südlichen Dekagons ihre Helligkeit deutlich. Dies deutet darauf hin, dass sich die neue Struktur noch im Entstehungsprozess befindet oder instabil ist.

Derzeit planen Forscher, das Dekagon über mehrere Jahre hinweg zu beobachten. Sie müssen feststellen, ob diese Struktur so stabil bleibt wie das nördliche Hexagon oder ob sie sich mit der Änderung der saisonalen Beleuchtung des Saturn auflöst. Die maximale Sonneneinstrahlung in dieser Region wird für das Jahr 2032 erwartet.

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