Mission zur Suche nach Leben auf der Venus hängt von Neutron-Rakete ab

Mission zur Suche nach Leben auf der Venus hängt von Neutron-Rakete ab

Das erste private wissenschaftliche Projekt der Geschichte zur Erforschung der geheimnisvollen Wolken der Venus ist auf unerwartete technische Hindernisse gestoßen. Laut ixbt.com ist die Venus Life Finder-Mission, die in Zusammenarbeit zwischen Rocket Lab und Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) vorbereitet wird, derzeit vollständig von der Einsatzbereitschaft der völlig neuen Neutron-Trägerrakete abhängig. Dies berichtet die Nachricht.

Dieses Projekt ist die erste Phase des Programms Morning Star Missions to Venus, dessen Hauptziel die Identifizierung organischer Moleküle in der Venusatmosphäre ist. Ursprünglichen Plänen zufolge sollte das Raumschiff mit einer anderen Rakete gestartet werden, doch Rocket Lab entschied sich später, es auf seine eigene neue Neutron-Trägerrakete zu verlegen. Obwohl der Erstflug der Rakete für 2024 geplant war, wurden die Termine jedoch mehrfach verschoben.

Wissenschaftliche Ausrüstung und Vorbereitungsprozess

Trotz der Unsicherheiten bezüglich der Rakete ist das Raumschiff selbst fast fertig. Derzeit wird die spezielle Sonde im Hauptsitz von Rocket Lab in Long Beach gelagert. Spezialisten haben dort die Endmontage des Übergangsmoduls und des hermetischen Gehäuses der Atmosphärensonde abgeschlossen.

Die NASA hat ihrerseits einen Beitrag zu diesem wichtigen Projekt geleistet und einen speziellen Hitzeschild namens HEEET bereitgestellt. Dieses gewebte Verbundmaterial ist in der Lage, beim Eintritt in die Venusatmosphäre extremen Temperaturen von bis zu 2500 Grad standzuhalten. Das wichtigste wissenschaftliche Instrument des Geräts wird das vom MIT-Team entwickelte AFN-Autofluoreszenz-Nephelometer sein.

Die geheimnisvolle Welt der Venuswolken

Während des Abstiegs analysiert das AFN-Instrument einzelne Aerosolpartikel in den Venuswolken und bestimmt deren Größe, Form und chemische Zusammensetzung. Das Hauptziel ist die Suche nach potenziellen organischen Molekülen. Die moderne Astrobiologie betrachtet die Venuswolken als eines der interessantesten Forschungsobjekte.

Es ist bekannt, dass auf der festen Oberfläche des Planeten extreme Temperaturen und Drücke herrschen, aber in bestimmten Schichten der Atmosphäre sind die Bedingungen wesentlich milder. Darüber hinaus haben komplexe Laborexperimente gezeigt, dass kurze Aminosäureketten – Peptide – selbst in hochsauren Umgebungen stabil bleiben und komplexe Strukturen bilden können.

Venus Life Finder ist nur der Anfang einer Reihe groß angelegter Studien. In Zukunft planen Wissenschaftler, ein Laser-Desorptions-Massenspektrometer namens ORIGIN zur Venus zu schicken, sowie kleine molekulare Sensoren und einen Ballon mit fünf Metern Durchmesser, der eine Woche lang auf dem Planeten operieren kann. Obwohl die wissenschaftliche Ausrüstung also vollständig bereit ist, hängt das Schicksal der Mission nun allein vom Starttermin der Neutron-Rakete ab.

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