Vorbereitungen für Schweinenieren-Transplantationen auf Menschen in Japan begonnen

Ein wissenschaftliches Projekt, das für den medizinischen Bereich von großer Bedeutung sein könnte, steht in Japan vor dem Start. Wissenschaftler des Landes planen, ab 2028 klinische Studien zur Transplantation genetisch veränderter Schweinenieren auf Menschen zu beginnen. Dies berichtete die Publikation The Japan Times .
Es wird berichtet, dass dieses Projekt von dem an der Meiji-Universität gegründeten Biotechnologie-Startup PorMedTec durchgeführt wird. Das Unternehmen arbeitet dabei mit der US-amerikanischen Biotechnologiefirma eGenesis zusammen und verwendet speziell genetisch modifizierte Schweine.
Dem Plan zufolge werden die von Schweinen entnommenen Nieren ausgewählten Patienten im Hokkaido University Hospital in Sapporo sowie im Shonan Kamakura General Hospitalin der Präfektur Kanagawa transplantiert. Experten betonen, dass diese klinischen Studien hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit genau überwacht werden.
Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Xenotransplantation, also die Übertragung von Organen von Tieren auf Menschen, einer der vielversprechendsten Ansätze zur Lösung des Mangels an Spenderorganen ist. Sollte sich diese Technologie bewähren, könnte sie in Zukunft das Leben tausender Patienten retten.
Den Informationen zufolge wurden bei den von eGenesis gezüchteten Schweinen insgesamt 69 genetische Veränderungen vorgenommen, um die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung des neuen Organs durch den menschlichen Körper zu verringern und das Risiko einer Übertragung tierischer Viren auf den Menschen zu senken.
Bisher wurden in den USA vier klinische Studien auf Basis dieser Technologie durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass einige Patienten nach der Operation mehrere Monate lang keine Dialyse benötigten. Dies wird als eines der wichtigen Ergebnisse gewertet, das das Potenzial der neuen Technologie unterstreicht.
In Japan erhalten derzeit über 300.000 Menschen aufgrund von Nierenversagen regelmäßig eine Dialysebehandlung. Gleichzeitig warten fast 15.000 Patienten auf der Warteliste auf eine Nierentransplantation. Daher hoffen Wissenschaftler, dass diese Technologie in Zukunft das Problem des Mangels an Spenderorganen teilweise beheben kann.
PorMedTec -Leiter und Professor an der Meiji-Universität Hiroshi Nagashimabetonte, dass die wissenschaftliche Forschung zur praktischen Anwendung der artübergreifenden Transplantation konsequent fortgesetzt wird. Seiner Meinung nach könnte dieser Bereich in Zukunft zu einer der effektivsten und wichtigsten Technologien der modernen Medizin werden.

















Kommentare 0
…