Werden die Zölle aufgehoben? Ein wichtiger Wendepunkt im heftigen Handelskrieg zwischen den USA und Kanada

Werden die Zölle aufgehoben? Ein wichtiger Wendepunkt im heftigen Handelskrieg zwischen den USA und Kanada

In der seit Monaten andauernden heftigen Handelsauseinandersetzung zwischen den beiden großen Wirtschaftspartnern Nordamerikas, den USA und Kanada, wurde ein wichtiger Wendepunkt erreicht. US-Präsident Donald Trump erklärte offiziell, dass Washington und Ottawa „sehr kurz“ vor der Unterzeichnung eines neuen umfassenden Handelsabkommens stünden.

Laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) teilte der US-Präsident bei einer Kundgebung im Bundesstaat Iowa mit, dass es bei den bilateralen Verhandlungen erhebliche Fortschritte gegeben habe und ein Konzept für ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen ausgearbeitet worden sei.

Trumps Erklärung: Interessen der Landwirte und das Keystone XL-Projekt

Donald Trump betonte, dass die USA jahrelang Milliarden Dollar in den Handelsbeziehungen mit Kanada verloren hätten, und sagte, dass das bevorstehende Abkommen diese Situation grundlegend ändern werde:

  • Vorteile für amerikanische Landwirte: Im Rahmen des Abkommens ist vorgesehen, dass US-Agrarproduzenten vollständig von den Zöllen befreit werden, die sie derzeit für kanadische Produkte zahlen;

  • Wiederaufnahme der Keystone XL-Pipeline: Einer der wichtigsten Punkte der Verhandlungen umfasst die Wiederaufnahme des Baus der umstrittenen grenzüberschreitenden Keystone XL-Ölpipeline, die kanadisches Öl in die USA transportiert;

  • Gegenseitiger Nutzen: Nach Angaben des Präsidenten wird das in Vorbereitung befindliche Dokument für amerikanische Landwirte, die US-Wirtschaft und gleichzeitig auch für Kanada absolut vorteilhaft sein. Derzeit diskutieren die Parteien die letzten technischen Details.

Konstruktives Signal von Mark Carney: Verhandlungen werden in den kommenden Wochen fortgesetzt

Auch der kanadische Premierminister Mark Carney bewertete das Telefonat mit Trump als „konstruktiv und produktiv“:

  • Kanadische Souveränität und Ausgaben der Familien: Carney wies darauf hin, dass das kommende Abkommen darauf abzielt, neue Arbeitsplätze in beiden Ländern zu schaffen, die Ausgaben der Familien zu senken sowie die nationalen Interessen, die Kultur und die Souveränität Kanadas zu schützen;

  • Diplomatischer Prozess: Die Arbeitsgruppen und Verhandlungsführer beider Länder werden in den kommenden Wochen aktiv an der Ausarbeitung des endgültigen Vertrags arbeiten.

Wie begann der 20-Milliarden-Dollar-Handelskrieg?

Die Handelskonfrontation zwischen den USA und Kanada hatte sich in den Sommermonaten verschärft:

  • Washingtons Schlag im Juli: Als Reaktion auf Kanadas Beschränkungen für Quoten bei Automobilen, Alkohol und Milchprodukten führte Trump Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Produkte im Wert von fast 20 Milliarden Dollar ein, die am 22. August in Kraft traten;

  • Ottawas Gegenmaßnahme vom 8. September: Kanada reagierte darauf mit der Einführung von Zöllen von bis zu 50 Prozent auf US-Produkte wie Stahl, Aluminium, Milch, landwirtschaftliche Maschinen und Unterhaltungselektronik im Wert von 20 Milliarden Dollar.

Sollte das neue Abkommen zwischen Trump und Carney offiziell unterzeichnet werden, würde der 40-Milliarden-Dollar-Tarifkrieg in Nordamerika beendet und Transit- sowie Energieprojekte würden wiederbelebt werden.

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