Riesiger Schwarzmarkt für Claude AI-Zugang in China entstanden

Während das US-Unternehmen Anthropic versucht, den Zugang chinesischer Nutzer zu seinem Claude AI-Bot streng zu begrenzen, ist in dem Land ein umfangreiches unterirdisches Ökosystem zur Umgehung dieser Verbote entstanden. Laut einer Untersuchung von Wired sind der Verkauf fertiger Konten, gefälschte Identitäten und spezialisierte Vermittlungsdienste für den Zugang zum Claude-System zu einem integralen Bestandteil des chinesischen Technologiemarktes geworden. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Anthropic wurde von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und ist für seinen extrem ernsthaften Ansatz bei Sicherheitsrichtlinien bekannt. Das Unternehmen hat den offiziellen Zugang für chinesische Nutzer gesperrt, wobei es nicht nur bei Geoblocking oder IP-Adressprüfungen bleibt. Sie blockieren aktiv verdächtige Profile, die VPN und Proxy verwenden, und verlangten kürzlich sogar eine Identitätsprüfung mittels staatlicher Dokumente über den Persona-Dienst.
Methoden zur Umgehung von Verboten und "Relay-Stationen"
Die chinesischen Nutzer haben jedoch effektive Wege gefunden, diese Barrieren zu umgehen. Das einfachste Schema ist die Nutzung ausländischer Telefonnummern und Zahlungskarten, während komplexere Methoden den Kauf bereits verifizierter Konten auf Taobao, Xianyu und in Telegram-Kanälen beinhalten. Experten für Cyberkriminalität stellen ein stetiges Wachstum der Nachfrage nach Claude Pro- und Claude Max-Abonnements auf dem Schwarzmarkt fest.Besonders populär sind sogenannte "Relay-Stationen" (Relay Stations). Diese Plattformen befinden sich in Ländern, in denen Claude offiziell betrieben wird, erwerben unternehmenseigene Zugriffsrechte auf die API von Anthropic und verkaufen diese dann an Nutzer innerhalb Chinas weiter. Für den Kunden sieht dies wie ein einfaches Chat-Interface aus: Die Anfrage wird an eine lokale Seite gesendet, von dort über einen Zwischenserver an das Claude-System weitergeleitet und die Antwort zurückgesendet.
Unter Entwicklern und Mitarbeitern von Technologieunternehmen wird das Claude-Modell höher geschätzt als lokale Analoga wie DeepSeek oder Z.ai. Laut Zilan Qian, Forscher an der Universität Oxford, betonen chinesische Spezialisten, dass nationale Sprachmodelle hinter den US-Entwicklungen um 6 bis 9 Monate zurückliegen, insbesondere bei Programmierfragen. Daher sind Claude Code und ähnliche Tools für komplexe IT-Projekte zu einer lebensnotwendigen Voraussetzung geworden.
Geopolitischer Wettbewerb und Sicherheitsfragen
Vor dem Hintergrund des technologischen Kalten Krieges zwischen den USA und China bezeichnet Anthropic-Chef Dario Amodei den Zugang chinesischer Unternehmen zu fortschrittlichen Modellen als Bedrohung für die nationale Sicherheit. Seiner Meinung nach könnten chinesische Unternehmen die Antworten von Claude nutzen, um ihre eigenen Modelle zu trainieren (Distillationsmethode). Kürzlich beschuldigte Anthropic sogar den chinesischen Giganten Alibaba offen solcher Praktiken.Interessanterweise führen die eingeführten Einschränkungen nur zur Entstehung neuer Umwege. Nachdem die Forderung nach einer dokumentenbasierten Identitätsprüfung gestellt wurde, blühte der Handel mit bereits verifizierten "digitalen Identitäten" auf. Diese Situation verzerrt auch die globalen Statistiken. Zum Beispiel steht Singapur mit 6 Millionen Einwohnern weltweit an der Spitze der Nutzung des Claude-Systems, während Experten glauben, dass ein Großteil dieses Traffics tatsächlich aus China stammt.

















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