IBM Quantencomputer führt erste Berechnungen im Bereich der Fusionsenergie durch

IBM Quantencomputer führt erste Berechnungen im Bereich der Fusionsenergie durch

IBM hat ein neues Kapitel in der Geschichte des Quantencomputings aufgeschlagen: Der Quantencomputer der Marke hat erstmals die Materialzusammensetzung berechnet, die für die Fusionsenergie erforderlich ist. Diese in Zusammenarbeit mit dem Oak Ridge National Laboratory der USA durchgeführte Forschung gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Fusionsreaktoren, die als Quelle für "unerschöpfliche Energie" der Zukunft gelten. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.

Mithilfe eines Quantensystems konnten Wissenschaftler neun verschiedene molekulare Konfigurationen eines Materials modellieren, das als vielversprechend für die Tritiumproduktion gilt. Tritium gilt als einer der wichtigsten Brennstoffe für die meisten modernen Fusionsreaktorprojekte. IBM-Vertreter betonen, dass dies das weltweit erste Mal ist, dass ein Quantencomputer eine solch komplexe praktische Aufgabe erfüllt hat.

Materialien der neuen Generation und hybrider Ansatz

Im Mittelpunkt der Studie steht eine geschmolzene Salzmischung namens FLiBe (Verbindungen aus Lithium, Beryllium und Fluor). Diese Substanz gilt als eines der am besten geeigneten Materialien für die Regeneration und Extraktion von Tritium in Fusionsreaktoren. Die Untersuchung ihrer Eigenschaften auf molekularer Ebene war jedoch für herkömmliche Technologien eine sehr komplexe Aufgabe.

Laut ixbt.com nutzten die Forscher eine hybride Methode, um dieses Ergebnis zu erzielen. Dabei wurden die Leistung von Quantencomputern, AI-Systemen und Supercomputern im Exaflops-Bereich kombiniert. Diese Synergie ermöglichte es, das Verhalten komplexer Moleküle wesentlich genauer vorherzusagen als mit herkömmlichen Methoden.

IBM-Experten erklären, dass mit zunehmender Größe und Komplexität der modellierten Moleküle die Berechnungen für klassische Computer in geometrischer Progression schwieriger werden. Quantencomputer sind von Natur aus darauf ausgelegt, Prozesse auf atomarer und molekularer Ebene zu simulieren, was solche Forschungen um Jahrzehnte beschleunigen kann.

Ein Schritt in Richtung der Energie der Zukunft

Dieser Erfolg ist nicht nur ein Laborexperiment, sondern ein Faktor, der den Bau kommerzieller Fusionskraftwerke näher rückt. Die Entwicklung einer Technologie zur effizienten Tritiumproduktion spielt eine entscheidende Rolle für die Energieunabhängigkeit und den Übergang zu umweltfreundlichen Energiequellen. Für Länder, die nach Energiestabilität streben, sind solche technologischen Sprünge auf globaler Ebene langfristig von großer Bedeutung.

Dass Quantentechnologien beginnen, reale industrielle und energetische Probleme zu lösen, zeigt, dass dieser Bereich von theoretischen Konzepten in die Phase der praktischen Anwendung übergegangen ist. IBM und seine Partner planen nun, den Umfang der Berechnungen weiter auszubauen und noch komplexere chemische Prozesse zu modellieren.

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