Starlink-Druck: Satellitenbetreiber Hughes meldet Insolvenz an

Starlink-Druck: Satellitenbetreiber Hughes meldet Insolvenz an

Der bekannte US-Satelliteninternetbetreiber Hughes, der zu EchoStar gehört, ist in den vergangenen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da er dem zunehmenden Wettbewerb durch Systeme in niedrigen Erdumlaufbahnen, insbesondere Starlink, nicht standhalten konnte. Laut ixbt.com hat das Unternehmen in den USA offiziell Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Schuldenlast neu zu strukturieren. Ixbt.com berichtet darüber.

Den Angaben zufolge ist die Abonnentenbasis von Hughes im vergangenen Jahr stark geschrumpft. Die Zahl der Nutzer sank um etwa 21,7 Prozent auf 641.000. Als Hauptursache für die Krise des Unternehmens gelten die technischen Einschränkungen herkömmlicher geostationärer Satelliten.

Technologischer Rückstand und Wettbewerb

Experten erklären, dass die von Hughes eingesetzten geostationären Satelliten in einer Höhe von etwa 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche kreisen. Das gewährleistet zwar eine großflächige Abdeckung, doch die Signalverzögerung, also der Ping, beträgt fast 600 Millisekunden. Zum Vergleich: Netzwerke in niedrigen Erdumlaufbahnen wie Starlink arbeiten mit einer Latenz von 20–40 Millisekunden und erreichen annähernd die Geschwindigkeiten terrestrischer Breitbandverbindungen.

Robert del Genio, der für die Restrukturierung zuständige Direktor des Unternehmens, betonte, dass der Vorteil der Betreiber in niedrigen Erdumlaufbahnen langfristiger Natur sei. Diese Netzwerke erweitern ihre Abdeckung kontinuierlich und senken zugleich die Servicepreise. Zudem plant Amazon, in naher Zukunft sein eigenes Netzwerk in niedriger Erdumlaufbahn für kommerzielle Zwecke zu starten, was den Wettbewerb voraussichtlich weiter verschärfen wird.

Zukunftspläne und finanzielle Lage

Das Insolvenzverfahren betrifft jedoch nicht alle Unternehmensbereiche. Die internationalen Geschäftsbereiche von Hughes werden dieses Verfahren nicht durchlaufen, und der Kundenservice wird ohne Unterbrechung fortgesetzt. Das Unternehmen konnte zum 3. August Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar nicht begleichen. Nach den Verlusten im Verbrauchermarkt will es sich künftig auf Unternehmenskunden sowie staatliche und militärische Auftraggeber konzentrieren.

Hughes verfügt derzeit über ein Vertragsportfolio im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar mit kommerziellen Fluggesellschaften und US-Verteidigungsbehörden. Der Betreiber investiert außerdem weiterhin in Bodenstationen für Systeme in niedrigen Erdumlaufbahnen und flache Satellitenantennen. Dies soll ihm voraussichtlich helfen, sich an die neuen Marktbedingungen anzupassen.

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