Usbekistan entwickelt Drohnen-Abfangjäger mit 450 km/h (Video)

Usbekistan entwickelt Drohnen-Abfangjäger mit 450 km/h (Video)

Usbekische junge Ingenieure haben eine neue Entwicklung gegen gefährliche unbemannte Fluggeräte vorgestellt. Im Rahmen des Projekts „Ingenieure der Zukunft“ wurde der Shunqor-88 genannte Drohnen-Abfangjäger präsentiert, der mit seiner Geschwindigkeit und besonders mit seinen Produktionskosten Aufmerksamkeit erregt.

Laut den bei der Projektpräsentation veröffentlichten Angaben soll das System Geschwindigkeiten von bis zu 450 km/h erreichen und gefährliche Drohnen in mehreren Kilometern Entfernung bekämpfen können. Die größte Überraschung liegt jedoch in einer anderen Zahl: Die Entwickler präsentieren es als deutlich günstigere Alternative zu herkömmlichen Luftverteidigungssystemen.

Welche Lösung haben die jungen Ingenieure vorgeschlagen?

Die Entwicklung wurde von Bilolxon Ismoilov und seinem Team als Ingenieurprojekt zur Gewährleistung der Luftsicherheit vorgestellt.

Laut der Präsentation kann „Shunqor-88“:

— eine Geschwindigkeit von bis zu 450 km/h erreichen;

8–10 km entfernte gefährliche Drohnen bekämpfen;

— wird als relativ kostengünstiges Mittel gegen kleine Ziele in der Luft entwickelt.

Diese Angaben sind derzeit die von den Projektautoren vorgestellten technischen Daten. In frei zugänglichen offiziellen Quellen gibt es keine Informationen über unabhängige Testergebnisse oder den Beginn der Serienproduktion.

Der größte Unterschied liegt im Preis

In der Projektpräsentation wurde betont, dass die Kosten für den Einsatz einer herkömmlichen Luftverteidigungsrakete in manchen Fällen 2–5 Millionen US-Dollar erreichen können.

Die geschätzten Produktionskosten von „Shunqor-88“ liegen dagegen bei 20.000–50.000 US-Dollar .

Natürlich unterscheiden sich Luftverteidigungsraketen hinsichtlich Typ, Zweck und Fähigkeiten erheblich. Daher wäre es nicht korrekt, diese Zahlen direkt und pauschal mit allen Luftverteidigungssystemen zu vergleichen.

Die Grundidee des Projekts ist jedoch verständlich: Statt zur Zerstörung einer relativ günstigen Drohne ein Dutzende oder Hunderte Male teureres Mittel einzusetzen, soll eine kostengünstigere Spezialplattform entwickelt werden.

Warum wächst das Interesse an solchen Technologien?

In den vergangenen Jahren hat sich die Technologie unbemannter Fluggeräte rasant entwickelt. Die Erkennung günstiger kleiner Drohnen und die Suche nach wirksamen und wirtschaftlich vertretbaren Gegenmaßnahmen werden zu einem eigenständigen Ingenieurbereich.

Auch im offiziellen Programm des Festivals „Ingenieure der Zukunft“ gehören Drohnen, ferngesteuerte Plattformen, autonome Systeme und Luftfahrttechnologien zu den Schwerpunktbereichen. Das Festival 2026 fand vom 28. bis 30. April statt und umfasste eine Sonderausstellung für technische Entwicklungen.

Der offizielle Kanal der TUIT meldete außerdem, dass das von Biloliddin Ismoilov geleitete Team FastDrones beim Festival den ersten Platz in einem internationalen Drohnen-Rennwettbewerb belegte.

Vom Prototyp zum Praxissystem ist es noch ein weiter Weg

Der tatsächliche Wert von Entwicklungen wie „Shunqor-88“ wird nicht nur durch die in der Präsentation genannten technischen Daten bestimmt, sondern auch durch weitere Tests.

Damit ein Ingenieurprototyp zu einem praktisch eingesetzten Produkt wird, müssen Sicherheit, Stabilität, Zuverlässigkeit und die Leistung unter unterschiedlichen Bedingungen geprüft werden. Erst danach lässt sich seine tatsächliche wirtschaftliche Effizienz bewerten.

Deshalb sollte „Shunqor-88“ derzeit nicht als fertiges Luftverteidigungssystem, sondern eher als vielversprechendes Konzept junger usbekischer Ingenieure betrachtet werden.

Sollten sich die veröffentlichten Daten in weiteren Tests bestätigen und das Projekt weiterentwickelt werden, könnte sein größter Vorteil in der wirtschaftlichen Effizienz liegen.

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