Wird Selenskyj Syrskyj entlassen? Wachsender Druck in Kiew...

Wird Selenskyj Syrskyj entlassen? Wachsender Druck in Kiew...

Die Spannungen innerhalb der ukrainischen Militärführung verschärfen sich. Quellen der Financial Times zufolge erwägt Präsident Wolodymyr Selenskyj, den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, seines Amtes zu entheben.

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Doch der überraschende Rücktritt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und Proteste in Städten des Landes haben die Fragen über Syrskyjs Zukunft verstärkt.

Selenskyj beruft Kommandeure ein

Laut Financial Times plant Selenskyj für den 18. und 19. Juli ein Treffen mit hochrangigen Militärbefehlshabern.

Bei dem Treffen sollen die Lage an den wichtigsten Frontabschnitten, die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee und mögliche Nachfolger für Syrskyj erörtert werden.

Quellen betonen, dass ein Austausch des Oberbefehlshabers nur erfolgen könnte, wenn sichergestellt ist, dass die Übergabe der Führung die Verteidigung entlang der gesamten Frontlinie nicht gefährdet.

Fedorows Rücktritt offenbart den Konflikt

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wurde im Juli im Rahmen einer Regierungsumbildung entlassen, nachdem er das Amt nur sechs Monate innehatte.

Der 35-jährige Fedorow war als Befürworter der Digitalisierung ukrainischer Staatsdienste, der Entwicklung von Drohnentechnologien und der Einführung datengestützter Führung im Verteidigungssystem bekannt.

FT-Quellen berichten, dass Syrskyj nach einer Meinungsverschiedenheit mit Fedorow bei Selenskyj auf dessen Entlassung gedrängt habe. Diese Behauptung wurde jedoch weder von der ukrainischen Präsidialverwaltung noch von Syrskyj offiziell bestätigt.

Was warf der ehemalige Minister Syrskyj vor?

Nach seinem Rücktritt beschuldigte Fedorow den Oberbefehlshaber, Militärreformen zu behindern, die Einführung moderner Technologien zu verlangsamen und für Spaltungen in der Führung zu sorgen.

Er behauptete, dass bestimmte Initiativen zur Korruptionsbekämpfung, zur Modernisierung des Beschaffungswesens und zum breiten Einsatz von Drohnen vom Militärkommando nicht unterstützt wurden. Syrskyjs Seite hat auf diese Vorwürfe nicht detailliert reagiert.

Beobachter bewerten diesen Konflikt als Zusammenstoß zwischen jungen Reformern, die einen technologischen Ansatz verfolgen, und Befürwortern einer traditionellen militärischen Führung.

Proteste in ukrainischen Städten ausgebrochen

Fedorows Entlassung löste in Kiew Protestaktionen aus. Die Demonstranten unterstützten den ehemaligen Minister und bezeichneten ihn als einen der Hauptinitiatoren der Verteidigungsreformen.

Später breiteten sich die Aktionen auf Lwiw und andere Städte aus. Einige Demonstranten forderten neben der Wiedereinsetzung Fedorows auch den Rücktritt von Syrskyj.

Solche offenen Proteste gegen die Militärführung während des Krieges sind in der Ukraine selten. Es wird berichtet, dass sich neben Bürgern auch einige Militärangehörige und Veteranen an den Aktionen beteiligten.

Wann entscheidet sich das Schicksal von Syrskyj?

Bisher hat Selenskyj keine offizielle Erklärung zu seiner Absicht abgegeben, Syrskyj zu entlassen. Auch der Bericht der Financial Times basiert auf Quellen, und die Entscheidung könnte sich noch ändern.

Ein möglicher Wechsel des Oberbefehlshabers käme für die Ukraine zu einem äußerst heiklen Zeitpunkt. Die Ernennung eines neuen Führers könnte nicht nur den innenpolitischen Druck mindern, sondern auch die Befehlskette an der Front und die Zusammenarbeit mit westlichen Verbündeten beeinflussen.

Die zentrale Frage ist nun: Wird Selenskyj den Konflikt zwischen den beiden hochrangigen Beamten durch die Entlassung Syrskyjs lösen, oder bleibt der amtierende Oberbefehlshaber im Amt?

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