300 Jahre altes, mit Schätzen gefülltes Schiff in der Norwegischen See entdeckt

In der Nähe der norwegischen Küste haben Archäologen die Überreste eines einzigartigen Schiffes aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Experten bewerten diesen Fund als eines der am besten erhaltenen Frachtschiffe, die bisher in Nordeuropa gefunden wurden. Besonders die Tatsache, dass die Ladung im Inneren des Schiffes nahezu unversehrt geblieben ist, weckt bei Wissenschaftlern großes Interesse.
Hanna Geiran, Direktorin des norwegischen Riksantikvaren (Direktorat für Kulturerbe), betonte, dass die Ladung dieses Schiffes in einem Zustand erhalten ist, wie er in Nordeuropa noch nie zuvor gesehen wurde. Ihr zufolge könnte dieser Fund neue Erkenntnisse über die Geschichte der Handelsschiffe des 18. Jahrhunderts und den internationalen Handel jener Zeit liefern.
Die Organisation gab die Entdeckung im Juni dieses Jahres offiziell bekannt. Das Wrack wurde von Espen Sostad identifiziert, dem Leiter eines kleinen Forschungsunternehmens, das mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs) arbeitet.
Es wurde berichtet, dass das Schiff im Skagerrak vor der südöstlichen Küste Norwegens in einer Tiefe von etwa 600 Metern liegt. Unterwasseraufnahmen zeigen, dass gestapeltes Porzellangeschirr und andere wertvolle Gegenstände inmitten des Wracks nahezu unversehrt geblieben sind.

Hanna Geiran erklärte, dass es sehr selten sei, eine so gut erhaltene Ladung von Schiffen aus dem 18. Jahrhundert zu finden. Bisher wurden eine große Menge unbeschädigtes chinesisches Porzellan sowie Kronleuchterteile, Kelche, Glasflaschen und mit Getreide gefüllte Fässer identifiziert.
Darüber hinaus haben Archäologen mehrere in Reihen angeordnete Kisten gefunden. Diese wurden jedoch noch nicht zur Untersuchung geöffnet. Ein Experte vermutet, dass eine davon Textilien enthalten könnte. Eine andere Kiste enthält wahrscheinlich organische Produkte wie Tee, Heilkräuter und verschiedene Medikamente.
Forscher betonen, dass es erstaunlich ist, dass die Ladung fast drei Jahrhunderte lang in einem so guten Zustand geblieben ist. Es wurde jedoch auch angemerkt, dass moderne Fischereischleppnetze einige Teile des Wracks beschädigt haben.
Bisher konnten Wissenschaftler nicht feststellen, von wo das Schiff abgefahren ist und wohin es unterwegs war. Einige der gefundenen Gegenstände könnten jedoch helfen, dieses Rätsel zu lösen.
Experten glauben, dass neben chinesischem Porzellan auch andere wertvolle Waren aus England oder Deutschland gebracht worden sein könnten. Einer der interessantesten Funde ist ein Ziegelstein aus der Schiffskombüse, der den Stempel der Lübecker Ratsziegelei trägt, einer Ziegelmanufaktur, die in der deutschen Stadt Lübeck vom 15. Jahrhundert bis 1772 tätig war.

Archäologen haben den damaligen Wert der Ladung nicht genau berechnet. Sie merken jedoch an, dass chinesisches Porzellan Mitte des 18. Jahrhunderts als eines der teuersten und prestigeträchtigsten Güter in Europa galt. Später wurde es auch für die Mittelschicht relativ populär.
Heute liegt der größte Wert dieser Schiffsüberreste nicht im Materiellen, sondern in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung. Es gilt offiziell als geschütztes Kulturerbe.
Laut Hanna Geiran setzen Wissenschaftler große Hoffnungen in zukünftige Forschungen. Sie planen zu bestimmen, wie viele weitere einzigartige Gegenstände sich noch im Inneren des Schiffes befinden. Unterwasseraufnahmen zeigten sogar eine prächtige Lotosblumen-Figur aus Porzellan, was das Interesse der Forscher weiter gesteigert hat.

















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