97-jährige Frau in Indien auf einem Bananenfloß vor Überschwemmung gerettet

Während schwerer Überschwemmungen im indischen Bundesstaat Assam brachten Familienangehörige die 97-jährige Lokada Duarh auf einem provisorischen Floß aus Bananenstämmen in Sicherheit.
Als das Wasser am 19. Juli um Mitternacht in das Dorf Charing eindrang, gab es weder ein Boot noch Rettungskräfte oder einen hilfsbereiten Nachbarn, um Lokada zu bergen, die kaum aus dem Bett aufstehen konnte. Ihre Schwiegertochter Bornali Barua und deren Ehemann setzten sie auf ein provisorisches Floß aus Bananenstämmen und brachten sie durch die starke Strömung zu einer Notunterkunft.
Das Wasser war 90–120 Zentimeter tief, und die Strömung war so stark, dass sie sich an den Händen halten und sich mithilfe von Stöcken langsam vorwärtsbewegen mussten. Nach einer Stunde erreichten die drei eine provisorische Unterkunft an einer Nationalstraße.
Die Überschwemmungen zerstörten nicht nur ihr Haus, sondern auch Bornali Baruas Farm, die sie über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Zuvor hatte sie als Journalistin gearbeitet, 2016 mit der Viehzucht begonnen und war 2019 zu Assams „Bester Viehzüchterin“ ernannt worden.
Auf ihrer Farm gab es fast 300 Ziegen, 500 Enten, 1.000 Hühner und Fische. Durch die Überschwemmung verlor sie einen großen Teil ihres Viehbestands, darunter 300 Enten, 300 Hühner und viele Ziegen. Auch eine Maschine zur Futterherstellung, Möbel, Laptops, Fahrzeuge und die Büchersammlung der Familie wurden beschädigt.
Obwohl Überschwemmungen in Assam häufig vorkommen, sagen Experten, dass ihre Häufigkeit, Stärke und Ausmaße in den vergangenen Jahren die historischen Normen übersteigen Als Ursachen gelten starke Regenfälle, Sedimenteinträge in die Flüsse, der Rückgang der Wälder, das Abtragen von Berghängen und eine Infrastruktur, die nicht ausreichend an Überschwemmungen angepasst ist.
Die Familie Barua lebte zehn Tage lang in einer provisorischen Unterkunft. Dort gab es außerdem mehrere Tage lang weder Strom noch Mobilfunk. Trotzdem halfen auch Fremde der Familie, indem sie Essen zubereiteten, aufräumten und sich um die überlebenden Ziegen kümmerten.
Bornali und ihre Familie leben nun im Haus eines Nachbarn in der Nähe ihres zerstörten Hauses. Sie planen, nach Hause zurückzukehren. Bornali will das Dorf jedoch nicht verlassen.
Sie hat erkannt, dass sie bei erneutem Starkregen das Hausfundament höher legen, eine spezielle Plattform als sicheren Ort bauen und Lebensmittel sowie Trinkwasser im Voraus lagern müssen.
„Wir müssen lernen, mit Überschwemmungen zu leben“, sagt sie.

















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