„Nur 30 Sekunden zur Flucht“: Kuleba äußert sich zu ballistischen Angriffen

„Nur 30 Sekunden zur Flucht“: Kuleba äußert sich zu ballistischen Angriffen

In der Ukraine sorgen die Geschwindigkeit der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und gravierende Probleme bei Luftverteidigungs- und Warnsystemen für heftige Debatten in Politik und Öffentlichkeit.

Der ehemalige Außenminister des Landes Dmytro Kuleba sagte in einem Interview mit der Journalistin Olesja Batsman für deren YouTube-Kanal, dass der Zivilbevölkerung beim Start einer ballistischen Rakete kaum Zeit bleibe, einen Schutzraum zu erreichen.

„Der Alarm ertönt, und eine halbe Minute später ist die Rakete da“

Laut einer von der Publikation Strana zitierten Aussage betonte der ehemalige Minister, dass herkömmliche Warnungen wegen der Geschwindigkeit ballistischer Waffen nicht ausreichten:

„Wenn in letzter Minute, um zwei Uhr nachts, eine Warnung vor einem ballistischen Angriff erscheint, wird der Alarm ausgelöst – und dreißig Sekunden später ist die Rakete da. In dieser Situation hat es keinen Sinn mehr, irgendwohin zu flüchten.“.

Dmytro Kuleba erklärte, dass sich die Lage nicht schnell zum Besseren wenden werde, und forderte die staatlichen Behörden auf, umfassende Empfehlungen für vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung auszuarbeiten. Seiner Ansicht nach sollten die Verantwortlichen ein System einrichten, das der Bevölkerung empfiehlt, sich ein bis zwei Stunden im Voraus an sichere Orte zu begeben, sobald Anzeichen für Vorbereitungen zu einem Raketenstart festgestellt werden.

„Informationen zu verschweigen ist ein reines Verbrechen“: Scharfe Kritik von Soskin

Der politische Experte und ehemalige Berater des früheren ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma Oleh Soskin kritisierte auf seinem YouTube-Kanal ebenfalls scharf, dass Informationen über die Gefahr ballistischer Raketen nicht rechtzeitig veröffentlicht würden:

  • Angriffe ohne Luftalarm: Der Experte wies darauf hin, dass in Städten wie Kropywnyzkyj und Krywyj Rih vor den Angriffen nicht rechtzeitig Luftalarm ausgelöst worden sei;

  • Schwere Folgen: „Das ist ein krimineller Befehl. Informationen nicht zu veröffentlichen, ist ein reines Verbrechen. Die Raketen wurden gestartet, trafen ihre Ziele, und es gab keine Möglichkeit, sie abzuschießen. Gott sei Dank gab es nicht viele Tote, aber das ändert nichts an der Wahrheit“, sagte Soskin.

Experten und ehemalige Amtsträger betonen, dass das zivile Sicherheitssystem angesichts der wachsenden Gefahr durch ballistische Raketen dringend neu bewertet werden müsse.

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