Wird Europa im Winter erfrieren? Gasspeicher leer, Kohlepreise explodiert!

Wird Europa im Winter erfrieren? Gasspeicher leer, Kohlepreise explodiert!

Auf den globalen Rohstoffmärkten sind komplexe und widersprüchliche Dynamiken zu beobachten. Während die Ölpreise vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage um den Iran und der Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank Fed gesunken sind, bleiben die Erdgaspreise in der Europäischen Union gefährlich hoch.

Die mangelnde Vorbereitung der europäischen Länder auf die Heizperiode und die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren unterirdischen Reserven haben die Nachfrage nach dem alternativen Brennstoff Kohle auf dem Kontinent sprunghaft ansteigen lassen.

Ölmarkt: Unter 90 Dollar pro Barrel gefallen

Auf den internationalen Märkten wurde ein Rückgang bei den Notierungen für „schwarzes Gold“ verzeichnet:

  • Preisbewegung: Der Preis für die Nordsee-Referenzmarke Brent fiel im Wochenverlauf von 92,4 Dollar auf 89,3 Dollar ;

  • Einfluss der Fed und der Zinssätze: Phil Flynn, leitender Analyst bei der Price Futures Group, betonte, dass die Aussagen des US-Notenbankers Kevin Warsh über eine mögliche Zinserhöhung zum Jahresende den Preisrückgang beschleunigt haben;

  • Faktor Straße von Hormus und Venezuela: Gerüchte über Abkommen zwischen dem Iran und Oman sowie die Öffnung der Meerenge, aber auch Donald Trumps Ankündigung eines Mega-Deals mit Venezuela über Ölfelder mit 65 Milliarden Barrel Reserven haben die Marktängste vorübergehend gedämpft.

Europas Gasfalle: Speicher leer, Preise verdoppelt

Die Sorgen in Europa vor der Heizperiode wachsen:

  • Die 800-Dollar-Hürde: An der niederländischen Börse TTF fiel der Gaspreis pro tausend Kubikmeter leicht von 815 Dollar auf 806 Dollar , bleibt aber stabil über der gefährlichen 800-Dollar-Marke;

  • Reservendefizit: Europäische Unternehmen haben zu spät mit der Aufstockung der Importe begonnen. Derzeit sind die Speicherbestände um 14 Milliarden Kubikmeter geringerals im gleichen Zeitraum des Vorjahres;

  • Zehn Milliarden Dollar Mehrkosten: Die Liefernotierungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Infolgedessen muss die Europäische Union in dieser Saison zweistellige Milliardenbeträge zusätzlich für Gasimporte ausgeben.

Rückkehr zur Kohle: Alternative Energie wird teurer

Die extrem hohen Gaspreise zwingen die Industrie des Kontinents dazu, sich wieder der Kohle zuzuwenden:

  • Preissprung: Der Preis für Kohle mit einmonatiger Lieferfrist vom ARA-Hub (Antwerpen-Rotterdam-Amsterdam) stieg von 125,2 Dollar pro Tonne auf 131,5 Dollar;

  • Wintertest: Solche Preissteigerungen auf den Gas- und Kohlemärkten deuten darauf hin, dass die kommende Wintersaison für die europäische Industrie und die Bevölkerung äußerst schwierig werden wird.

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