Schweizer Gletscher schmelzen in Rekordgeschwindigkeit

Eine starke Hitzewelle, die in ganz Europa beobachtet wird, führt dazu, dass die Gletscher in der Schweiz deutlich früher und intensiver als üblich schmelzen. Wissenschaftler betonen, dass dieser Zustand darauf hindeutet, dass die Alpengletscher auch in diesem Jahr wieder erheblich schrumpfen könnten. Reuters berichtete.
Laut Experten erreichte der Rhônegletscher im Süden der Schweiz am 29. Juni dieses Jahres die als "Gletscherverlust-Tag" bezeichnete Phase. Dieser Zeitraum markiert den Punkt, an dem die im Winter angesammelte Schneedecke vollständig geschmolzen ist und die mehrjährigen Eisschichten des Gletschers zu schmelzen beginnen.
Gemäß Matthias Huss, dem Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes, wurde dieses Datum als das zweitfrüheste in der Beobachtungsgeschichte verzeichnet. Der früheste Wert wurde 2022 verzeichnet, als der Prozess drei Tage früher als in diesem Jahr begann.
Der Fachmann betonte, dass geringer Schneefall in den Wintermonaten und aufeinanderfolgende starke Hitzewellen zu Beginn des Sommers zum raschen Schmelzen der Gletscher geführt haben.
"Dies ist eine sehr besorgniserregende Situation. Noch bevor die Sommerhälfte erreicht ist, haben die Gletscher bereits begonnen, erheblich an Volumen zu verlieren," sagte Matthias Huss.
Seinen Berechnungen zufolge reichte das Schmelzwasservolumen der Schweizer Gletscher während der heißen Tage im Juni aus, um zwei Wochen lang alle sechs Sekunden ein olympisches Schwimmbecken zu füllen.
Zudem wurde an einem der Beobachtungspunkte am Rhônegletscher festgestellt, dass infolge von nur zwei Wochen Hitzewelle knapp 1,5 Meter Eisdicke abschmolzen.
Auch Touristen, die seit vielen Jahren die Region besuchen, bemerken diese Veränderungen deutlich. Harry Blok, ein deutscher Tourist, der seit 50 Jahren regelmäßig den Rhônegletscher besucht, sagte, das dramatische Schrumpfen des Gletschers vor seinen Augen bereite ihm große Qual.
"Ich weine. Ein einst riesiger Gletscher verschwindet vor unseren Augen. Das ist der deutlichste Beweis für den Klimawandel," sagte er.
Wissenschaftler warnen, dass die Schweizer Gletscher bei anhaltend hohen Temperaturen auch in diesem Jahr erneut eine enorme Eismasse verlieren könnten. Dies wird als einer der Faktoren bewertet, die ernsthafte Besorgnis für die Natur und die Wasserreserven Europas hervorrufen.

















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