Müller kritisiert Englands Fehler: „Das geht mir nicht in den Kopf“

Englands Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien hat für scharfe Kritik gesorgt. Der ehemalige deutsche Nationalstürmer Thomas Müller äußerte sein Unverständnis darüber, warum sich die Engländer nach der Führung in die Defensive zurückzogen.
„Wie konnten sie das zulassen?“
In Aussagen, die Müller in offenen Quellen zugeschrieben werden, kritisierte er das Verhalten Englands nach dem Treffer scharf. Seiner Meinung nach überließ das Team dem Gegner die Initiative und ermöglichte es Argentinien, ungehindert über die Flügel anzugreifen.
„Ich kann es nicht glauben und nicht verstehen – wie hat England nach dem Tor angefangen zu spielen? Wie konnten sie zulassen, dass Argentinien immer wieder Flanken von außen schlägt? Jedes Mal haben sie ihnen die Möglichkeit gegeben, den Ball aus einer sehr bequemen Position hereinzubringen. Das geht mir nicht in den Kopf!“, sagte Müller.
Seine Kritik richtete sich vor allem gegen das übermäßige Zurückweichen Englands, um das Ergebnis zu verwalten.
Nach dem Tor änderte sich das Spiel komplett
Nachdem Anthony Gordon in der 55. Minute das 1:0 erzielte, schien England dem Finale nahe. Doch danach baute Argentinien massiven Druck auf und übernahm fast vollständig die Spielkontrolle. In den 37 Minuten zwischen Gordons Treffer und dem Siegtreffer von Lautaro Martínez hatte England nur 12 Prozent Ballbesitz.
Argentinien schlug zahlreiche Flanken in den gegnerischen Strafraum. England hingegen verlor die Fähigkeit zu kontern oder den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten.
In der 85. Minute glich Enzo Fernández aus. In der zweiten Minute der Nachspielzeit verwertete Lionel Messieine Flanke von der Seite, die Lautaro Martínez per Kopf zum 2:1-Sieg für Argentinien verwandelte.
Auch Tuchel gab zu, dass das Team zu passiv wurde
Nach der Partie räumte Englands Cheftrainer Thomas Tuchel ein, dass die Mannschaft nach dem Tor zu passiv agiert habe.
Der Trainer sagte, England habe dem Gegner zu viele Schüsse und Flanken von den Außenbahnen gestattet. Tuchel erklärte, er habe versucht, die Anzahl der Verteidiger zu erhöhen, übernehme aber die Verantwortung, da die getroffenen Entscheidungen nicht das gewünschte Ergebnis brachten.
Damit deckte sich Müllers Kritik mit der Analyse des englischen Trainers nach dem Spiel: Anstatt weiter nach vorne zu spielen, versuchte das Team, den Vorsprung zu verwalten und verlor schließlich komplett die Initiative.
Eine letzte Chance bleibt für England
Nach der Halbfinal-Niederlage trifft England im Spiel um Platz drei der Weltmeisterschaft auf Frankreich. Argentinien kämpft im Finale gegen Spanien um den Titel.
Eine Bronzemedaille wäre für England eine Gelegenheit, das Turnier positiv zu beenden. Das Zurückweichen in den letzten Minuten gegen Argentinien und der verspielte Sieg werden jedoch sicher noch lange diskutiert werden.
Glauben Sie, dass Englands Niederlage durch die Passivität der Spieler verursacht wurde oder hat Thomas Tuchel die falsche Taktik gewählt?


















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