Messi war einen Schritt davon entfernt, von Spanien „gestohlen“ zu werden

Messi war einen Schritt davon entfernt, von Spanien „gestohlen“ zu werden

Heute Lionel Messi ist als Ikone des argentinischen Fußballs, zweifacher Copa-América-Sieger und als der Kapitän bekannt, der nach 36 Jahren die Weltmeisterschaft in sein Land zurückbrachte. Doch seine große Geschichte in der Nationalmannschaft hätte beinahe nie begonnen.

Argentinien bemerkte den jungen Leo nicht rechtzeitig, während Spanien ernsthaft in Erwägung zog, ihn in die Nationalmannschaft zu berufen. Eine Videokassette und ein paar Telefonanrufe änderten die Situation.

Der Weg von Rosario nach Barcelona

Im Jahr 2000 zog der 13-jährige Lionel Messi mit dem Traum, Fußballer zu werden, von Rosario nach Barcelona.

Er zeigte sein Talent schnell in der Akademie des FC Barcelona. Doch trotz der Jahre, Messinahm keine Einladungen der spanischen Jugendnationalmannschaften an.

Einer seiner ersten Trainer in der Akademie war darüber verwundert und wandte sich an die Trainer der spanischen Jugendauswahl.

Im Gespräch fiel scherzhaft die Bemerkung: Wenn der argentinische Junge nicht für Spanien spielen wolle, müsse man ihn überzeugen oder gar „stehlen“.

In Argentinien kannte Messi fast niemand

Zu dieser Zeit gab es im argentinischen Fußballsystem kaum Informationen über Leo. Messis Vater, Jorge, suchte nach Wegen, die Spiele seines Sohnes den Trainern der Nationalmannschaft zu zeigen.

Er bat einen Agenten, Videomaterial von Leos Spielen an argentinische Experten weiterzuleiten.

Der Agent traf sich mit Claudio Vivas, dem Assistenten von Marcelo Bielsa. Vivas informierte den Cheftrainer über den jungen Spieler.

— Spielt er gut? — fragte Bielsa.
— Er ist nicht nur gut. Er spielt fantastisch, — lautete die Antwort.

Danach gelangte eine Kassette mit Messis Spielen zu Hugo Tocalli, dem Cheftrainer der argentinischen U17-Nationalmannschaft.

Messi beeindruckte den Trainer, schaffte es aber nicht in den Kader

Tocalli war von Messis Schnelligkeit und Bewegungen tief beeindruckt. Er verglich Leo wegen seiner Wendigkeit auf dem Platz sogar mit einem Eichhörnchen.

Dennoch nahm der Trainer ihn nicht mit zur U17-Weltmeisterschaft 2003.

Tocalli hielt es für ungerecht, einen der Spieler, die sich zwei Jahre lang mit dem Team vorbereitet hatten, kurz vor dem Turnier aus dem Kader zu streichen. Er wollte die Entscheidung nicht mehr ändern, bevor der „Zug abgefahren war“.

Argentinien verlor im Halbfinale dieses Turniers gegen Spanien.

Eine Frage traf Tocalli wie ein „Dolchstoß“

Nach dem Turnier gab es ein Abendessen mit den Verantwortlichen der Teams. Dort sprach ein spanischer Vertreter Tocalli an:

— Wenn du den Jungen aus Barcelona mitgenommen hättest, wärst du mit diesem Team Meister geworden.
— Sag das nicht. Meinst du Messi?
— Also wusstest du von ihm und hast ihn trotzdem nicht mitgenommen?

Dieses Gespräch traf Tocalli schwer. Später beschrieb er die gehörten Worte wie einen Dolchstoß.

Der Trainer ging zur Führung der argentinischen Nationalmannschaft und sagte, dass Messi sofort berufen werden müsse. Andernfalls könnte Spanien ihn für ihre Nationalmannschaft gewinnen.

«Endlich»: der Anruf, der das Schicksal veränderte

Es war nicht einfach, Messis Familie zu finden. Tocalli begann, im Telefonbuch von Rosario nach Leos Verwandten zu suchen.

Zuerst rief er seine Großmutter an. Sie gab ihm die Nummer seines Onkels, und der Onkel gab ihm die Telefonnummer von Jorge Messi.

Als Jorge Messi hörte, dass der Anruf von der argentinischen Nationalmannschaft kam, waren seine ersten Worte kurz:

«Endlich».

Nach diesem Anruf änderte sich der Lauf der Fußballgeschichte.

Alles begann mit einer einzigen Kassette

Später gewann Messi mit Argentinien zweimal die Copa América und brachte dem Land die erste Weltmeisterschaft seit 36 Jahren.

Jetzt ist er einen Schritt davon entfernt, einen weiteren Weltpokal mit Argentinien zu gewinnen.

Heute ist es schwer, sich Messi im spanischen Trikot vorzustellen. Doch einst war Argentinien sehr nah dran, seinen größten Fußballer zu verpassen. Diese Geschichte begann mit einer Videokassette, einer schmerzhaften Frage und einem Anruf, der „endlich“ sagte.

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