Kommt Infantino ungeschoren davon? Das Signal des IOC ist bekannt...

Kommt Infantino ungeschoren davon? Das Signal des IOC ist bekannt...

FIFA-Präsident Gianni Infantino könnte aufgrund der Kontroverse um die Sperre von Folarin Balogun möglicherweise keinen Sanktionen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) unterliegen. Obwohl die Menschenrechtsorganisation FairSquare eine offizielle Beschwerde eingereicht hat, zögert das IOC mit einer vollständigen Untersuchung.

Laut Quellen von The Guardian möchte sich das Komitee nicht in die Anwendung der Disziplinarregeln internationaler Sportfachverbände einmischen. Dieser Vorfall hat jedoch die Debatte über politischen Einfluss und Transparenz im Fußball erneut entfacht.

FairSquare reichte Beschwerde gegen Infantino ein

FairSquare wandte sich an das IOC, nachdem bekannt wurde, dass US-Präsident Donald Trump mit Infantino über den Fall Balogun gesprochen hatte.

Die Organisation ist der Ansicht, dass die Erörterung einer Spielerstrafe durch einen FIFA-Funktionär mit einem Politiker gegen die für IOC-Mitglieder geltenden Regeln zur politischen Unabhängigkeit verstoßen könnte.

Infantino ist seit 2020 Mitglied des IOC. Gemäß der Olympischen Charta müssen Komiteemitglieder unabhängig von politischen und kommerziellen Interessen handeln.

Warum könnte das IOC keine Untersuchung einleiten?

Gesprächspartner von The Guardian berichten, dass das Interesse des IOC an einer offiziellen Untersuchung in dieser Angelegenheit sehr gering ist.

Der Hauptgrund dafür ist, dass die FIFA über ein eigenes Disziplinarsystem und interne Beschwerdemechanismen verfügt. Das IOC zieht es vor, sich nicht in die Anwendung der Regeln eines internationalen Verbandes einzumischen, insbesondere wenn nicht alle internen Rechtsmittel ausgeschöpft wurden.

Gleichzeitig hat das IOC noch keine offizielle Entscheidung darüber bekannt gegeben, ob Infantino entlastet wurde oder der Fall geschlossen ist. Es handelt sich hierbei um die von Quellen der Zeitung genannte mögliche Position.

Wie wurde Baloguns Strafe geändert?

Folarin Balogun erhielt im Achtelfinale der WM 2026 zwischen den USA und Bosnien-Herzegowina eine direkte Rote Karte. Das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg für die USA.

Das FIFA-Disziplinarkomitee verhängte eine Ein-Spiel-Sperre, setzte die Vollstreckung der Strafe jedoch für eine einjährige Bewährungszeit aus. Infolgedessen spielte der Stürmer im Viertelfinale gegen Belgien, das die USA mit 1:4 verloren.

Somit deckt sich die Information aus dem ursprünglichen Text über eine „mindestens zwei Spiele umfassende Sperre“ nicht mit der offiziellen Entscheidung: Die FIFA verhängte eine Ein-Spiel-Sperre und setzte diese zur Bewährung aus.

Trump verheimlichte nicht, dass er mit Infantino gesprochen hatte

Donald Trump erklärte bei einer Veranstaltung vor dem WM-Finale, er habe Infantino angerufen und ihn gebeten, die Strafe gegen Balogun zu überdenken.

Später betonte er, dass Baloguns Einsatz eine von Infantinos „guten Entscheidungen“ gewesen sei. Diese Aussage verstärkte die Zweifel, dass politischer Druck auf die FIFA-Entscheidung ausgeübt worden sein könnte.

Infantino hat nicht bestritten, das Thema mit Trump besprochen zu haben. Er erklärte jedoch, die endgültige Entscheidung sei unabhängig vom FIFA-Disziplinarkomitee getroffen worden und die Mitglieder hätten auf Basis des Sachverhalts gehandelt.

Warum sorgte die Entscheidung für Diskussionen?

Die FIFA hat die vollständige schriftliche Begründung im Fall Balogun nicht veröffentlicht. Die Organisation teilte lediglich mit, dass die Entscheidung unter Berücksichtigung aller spezifischen Umstände und vorliegenden Beweise getroffen wurde.

Berichten von The Guardian zufolge könnte die Entscheidung zur Aussetzung der Strafe einseitig vom Vorsitzenden des Disziplinarkomitees, Mohamed Al-Kamali, getroffen worden sein. Sollte sich dies bestätigen, würde dies von der während der WM üblichen Praxis eines Drei-Personen-Gremiums abweichen.

Auch die UEFA und der belgische Fußballverband kritisierten die Entscheidung, haben jedoch bisher keine separate Beschwerde beim IOC eingereicht. Obwohl die belgische Seite eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Erwägung zog, wurden keine weiteren Schritte unternommen.

Hat der Einfluss der FIFA den des IOC überholt?

Eine weitere Quelle der Zeitung erklärte, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen IOC und FIFA in den letzten 20 Jahren zugunsten des Fußballverbandes verschoben habe.

Dieser Einschätzung zufolge könnten die enormen kommerziellen Einnahmen der FIFA, das globale Publikum der Weltmeisterschaft und die Fähigkeit, junge Fans anzuziehen, das IOC davon abhalten, in einen Konflikt mit dem Fußballverband zu treten. Dies ist keine offizielle Stellungnahme des IOC, sondern eine Analyse der Quelle von The Guardian.

Vorerst scheint Infantino einer Sanktion zu entgehen. Doch die zentrale Frage im Fall Balogun bleibt offen: War die FIFA-Entscheidung das Ergebnis eines unabhängigen Rechtsverfahrens oder hat ein hochrangiger politischer Dialog die Entscheidung beeinflusst?

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