Bekannter Promoter kritisiert den Wirbel um Mariusz Wach

Der über 40-jährige polnische Profiboxer Mariusz Wach (39-14, 20 KOs) trat bei einer ungewöhnlichen Show nach MMA-Regeln gleichzeitig gegen sechs Gegner im Oktagon an. Dieses Ereignis und die Teilnahme des Boxers an einer Reihe gefährlicher Kämpfe sorgen in der weltweiten Boxgemeinschaft für scharfe Kritik und hitzige Debatten.
Im Internet verbreitete Videos zeigen deutlich, wie Mariusz Wach im 1-gegen-6-MMA-Kampf äußerst harte Treffer einstecken musste und seine Gesundheit ernsthaft gefährdete.
Der Kampf gegen Fury und die Rückkehr ins Oktagon nach drei Wochen
Besonders beunruhigend ist, dass Mariusz Wach nur drei Wochen vor dieser ungewöhnlichen Show einen harten Kampf über sieben Runden gegen den ehemaligen Weltmeister Tyson Fury bestritten hatte. Als sich die Situation zuspitzte, weigerte sich der Boxer selbst, den Kampf fortzusetzen.
Nach einem derart schweren Kampf nur 21 Tage später und ohne vollständige Erholung gleichzeitig gegen sechs Personen ins Oktagon zu steigen, verschärfte die Kritik von Experten und Fans zusätzlich.
Lou DiBella: „Im Sport gibt es offenbar keine Untergrenze mehr“
Auch Lou DiBella, ein bekannter Promoter mit großem Einfluss in der weltweiten Boxszene, betonte, dass diese Situation nicht hinnehmbar sei, und übte scharfe Kritik an den Organisatoren und dem System:
„Viele Sportler, darunter auch Mariusz Wach, müssen vor Geschäftemachern geschützt werden, die auf Kosten des Blutes der Athleten Gewinne erzielen. Dieser Mann hätte grundsätzlich nicht gegen Fury in den Ring steigen dürfen.
Darüber hinaus ergibt es überhaupt keinen Sinn, nur drei Wochen später an einem 1-gegen-6-Kampf teilzunehmen. Er ist müde, nicht mehr in Form und ein Mann mittleren Alters. Boxen und Kampfsport zeigen einmal mehr, dass es in diesem Bereich keine Untergrenze gibt und auch keine Grenzen für die Gefahren festgelegt sind. Die Zuschauer beobachten derweil gleichgültig, wie die Grenzen von Anstand und Moral immer weiter sinken“, sagte DiBella.
Sicherheit der Athleten und die Grenzen der Show
Branchenexperten zufolge ist es nach einem bestimmten Alter und bei körperlicher Erschöpfung kein gewöhnliches Spektakel oder ein Scherz, wenn Sportler im Profiring oder im Oktagon bleiben. Es handelt sich vor allem um ein äußerst ernstes Problem, das ihre Gesundheit, mögliche Hirnverletzungen und ihr Leben bedroht.
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