Wetter-Jiu-Jitsu: Wissenschaftler finden neue Methode zur Steuerung von Stürmen und Dürren

Wetter-Jiu-Jitsu: Wissenschaftler finden neue Methode zur Steuerung von Stürmen und Dürren

Forscher der Arizona State University (ASU) haben eine revolutionäre Methode zur Bekämpfung extremer Wetterereignisse vorgeschlagen. Anstatt grob in das Klimasystem einzugreifen, versuchen die Wissenschaftler zu beweisen, dass Katastrophen durch kleine, gezielte Einwirkungen in den sensibelsten Entwicklungsphasen verhindert werden können. Dieser Ansatz, "Weather Jiu-Jitsu" genannt, sieht vor, die internen Kräfte der Atmosphäre zu nutzen, um deren Richtung zu ändern. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Die Grundlage der Forschung stützt sich auf den berühmten "Schmetterlingseffekt" der Chaostheorie. Da die Atmosphäre ein komplexes und nichtlineares System ist, kann bereits eine geringfügige Änderung ihres Anfangszustands erhebliche Auswirkungen auf zukünftige große Prozesse haben. Wissenschaftler glauben, dass es die Möglichkeit gibt, die Flugbahn und Intensität von Stürmen, Kaltfronten oder Dürren "neu zu konfigurieren", bevor sie ihre zerstörerische Kraft entfalten.

Unterstützung durch KI und Computermodelle

Laut ixbt.com nutzten Experten zur Erprobung dieses Konzepts ein groß angelegtes KI-Modell namens Aurora. Dieses KI-System analysiert riesige Mengen an Klimadaten und hilft dabei, den optimalen Zeitpunkt und Punkt für einen Eingriff zu bestimmen. Während der Experimente wurden Szenarien historischer Naturkatastrophen verarbeitet und künstlich beeinflusst.

Die Ergebnisse waren effektiver als erwartet. Bei der Arbeit am Modell des Hurrikans Sandy, der 2012 große Schäden anrichtete, stellte sich beispielsweise heraus, dass ein präzise berechneter Eingriff wenige Tage vor dem Höhepunkt den Kurs des Hurrikans um 300 Kilometer hätte verschieben können. Dies ist eine ausreichende Entfernung, um den Sturm von einer großen Metropole wie New York fernzuhalten.

Während des Modellierungsprozesses wurden auch weitere Ergebnisse verzeichnet:

  • Während der anomalen Kältewelle in Texas im Jahr 2021 wurde die Möglichkeit festgestellt, die Mindesttemperatur um etwa 10 Grad zu erhöhen;
  • Es wurde gezeigt, dass die Niederschlagsintensität von "atmosphärischen Flüssen", die schwere Überschwemmungen verursachen, um 5 Prozent reduziert werden kann;
  • Szenarien zur Steuerung der hohen atmosphärischen Strömungen, die die Bewegungsrichtung von Stürmen bestimmen, wurden mit geringem Aufwand bestätigt.
Die Forscher betonen, dass herkömmliche Schutzmaßnahmen – wie Dämme oder spezielle Bauwerke – die durch den Klimawandel verursachten Schäden nicht mehr ausgleichen können. Schätzungen zufolge verursachten extreme Wetterereignisse allein im Jahr 2024 einen Schaden von etwa 417 Milliarden Dollar für die Weltwirtschaft. Vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung erfordern die zunehmende Häufigkeit und Stärke solcher Ereignisse neue Ansätze.

Technologische Umsetzung und Zukunft

Obwohl sich dieses Projekt derzeit noch auf der Ebene von Computersimulationen befindet, wird vorgeschlagen, bestehende Methoden wie Cloud Seeding zur praktischen Umsetzung zu nutzen. Wichtig ist, dass es hier nicht darum geht, die Energie der Atmosphäre zu unterdrücken oder sie vollständig zu stoppen. Vielmehr soll die Dynamik der Natur genutzt werden, um sie in eine sicherere Richtung zu lenken.

Die Autoren des Projekts glauben, dass der Schlüssel zum Erfolg im Timing liegt. Der Eingriff muss einige Tage vor Erreichen des Höhepunkts der Naturkatastrophe erfolgen. Es wird erwartet, dass in Zukunft die "Korrektur" des Wetters in Echtzeit mithilfe von Supercomputern und KI zu einem zentralen Instrument zur Rettung der Weltwirtschaft und von Menschenleben wird.

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