Weltraumforschung in Gefahr: Millionen Satelliten könnten den Himmel «erblinden» lassen

Weltraumforschung in Gefahr: Millionen Satelliten könnten den Himmel «erblinden» lassen

Die Millionen von Satelliten, deren Start in den nächsten zehn Jahren in die Erdumlaufbahn geplant ist, könnten der fundamentalen Astronomie einen schweren Schlag versetzen. Experten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und des CPS-Zentrums der Internationalen Astronomischen Union fordern eine globale Begrenzung der Anzahl von Geräten im niedrigen Erdorbit. Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Anzahl der Objekte im Orbit 100.000 nicht überschreiten sollte, um die Weltraumforschung fortzusetzen. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .

Derzeit sind im Rahmen von Starlink, Leo, GuoWang und anderen Großprojekten insgesamt etwa 1,7 Millionen Satellitenstarts geplant. Laut Ixbt.com liegt dieser Wert 17-mal über dem als sicher geltenden Grenzwert. Der ESO-Wissenschaftler Olivier Hainaut betont, dass das Vorhandensein von 100.000 Geräten zu ernsthaften Hindernissen führen wird, wie etwa technischen Störungen bei der Arbeit von Teleskopen.

Lichtverschmutzung und das Teleskop-Problem

Die Zunahme der Satellitenzahl führt nicht nur zu hellen Streifen auf Teleskopaufnahmen, sondern erhöht auch den allgemeinen Lichtpegel des Nachthimmels. Die Geräte streuen das Licht von Sonne, Mond und Sternen und erhellen den Himmel künstlich. Infolgedessen wird es für bodengestützte Observatorien unmöglich, ferne Galaxien und lichtschwache Himmelskörper zu beobachten.

Ein von Wissenschaftlern entwickeltes Computermodell zeigte, dass bis zu 60.000 Geräte im Orbit die Beobachtungsqualität nicht wesentlich beeinträchtigen. Sobald diese Zahl jedoch überschritten wird, nimmt die Lichtverschmutzung drastisch zu. Dies verringert insbesondere die Effizienz großer Projekte wie des kürzlich in Betrieb genommenen Vera Rubin Observatory.

Besondere Sorge bereiten die Pläne des amerikanischen Unternehmens Reflect Orbital. Dieses Unternehmen will Satelliten mit speziellen reflektierenden Oberflächen starten, die Sonnenlicht auf die Erde lenken. Forscher schätzen, dass selbst der Start von 10 Prozent solcher Geräte die Helligkeit des Nachthimmels um 20–30 Prozent erhöhen würde. Diese Geräte könnten am Himmel so hell wie der Planet Venus erscheinen und den Betrieb astronomischer Instrumente vollständig stören.

Dieses Problem wird zwangsläufig auch in Regionen mit klarem Himmel, die für astronomische Beobachtungen günstig sind, wie etwa Usbekistan, spürbar sein. Ohne globale Beschränkungen könnte die Menschheit in Zukunft die Möglichkeit verlieren, die tiefen Schichten des Universums zu erforschen. Experten fordern Raumfahrtunternehmen dazu auf, ein Gleichgewicht zwischen technologischem Fortschritt und wissenschaftlicher Forschung zu wahren.

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