Künstliche Intelligenz und Kernenergie: Neuer Mikroreaktor im Rahmen einer Partnerschaft mit NVIDIA getestet

Künstliche Intelligenz und Kernenergie: Neuer Mikroreaktor im Rahmen einer Partnerschaft mit NVIDIA getestet

Im US-Bundesstaat Utah ereignete sich ein wichtiges Ereignis für die Technologiewelt: Valar Atomics versorgte einen NVIDIA DGX Spark KI-Computer mit elektrischer Energie mithilfe seines Ward-250-Mikroreaktors. Es wird erwartet, dass diese Demonstration ein neues Zeitalter an der Schnittstelle von Energie und Hochtechnologie einläutet. Dieser Prozess ist nicht bloß ein Experiment, sondern der erste ernsthafte Schritt zur Schaffung unabhängiger Energiequellen für zukünftige „KI-Fabriken". Ixbt.com berichtet darüber.

Laut Reuters ist die Partnerschaft zwischen Valar Atomics und NVIDIA darauf ausgerichtet, kompakte Rechenzentren zu bauen, die direkt durch Kernenergie betrieben werden. Die wichtigste technische Errungenschaft der Demonstration besteht darin, dass der Reaktor nicht nur eine kontrollierte Kettenreaktion erreichte, sondern auch an eine reale elektrische Last angeschlossen wurde. Bereits am 18. Juni hatte das US-Energieministerium (DOE) bestätigt, dass die Kernreaktion an dieser Anlage ein sich selbst erhaltendes Niveau erreicht hatte.

Technische Fähigkeiten und Energieverbrauch

Der Ward-250-Reaktor gehört zur Kategorie der hochtemperatur-gegekühlten Reaktoren (HTGR). Er verwendet TRISO-Brennstoff, einen Graphit-Moderator und Helium als Wärmeträger. Während des Tests arbeitete der Reaktor mit etwa 37 % seiner Leistung und erzeugte 100 kW thermische Energie. Diese Wärme wurde über einen speziellen Konverter in Strom umgewandelt und zur Stromversorgung des NVIDIA DGX Spark-Geräts geleitet.

Es sei darauf hingewiesen, dass das NVIDIA DGX Spark-Modell auf dem GB10 Grace Blackwell-Chip basiert und etwa 240 W Energie verbraucht. Dies ist ein im Vergleich zu industriellen Rechenzentren deutlich kleinerer Wert. Zum Beispiel würden für den Betrieb eines großen Zentrums mit 30 MW Leistung über hunderttausend solcher Geräte benötigt. Dennoch stellt der Übergang von Laborbedingungen zu realer Last aus ingenieurtechnischer Sicht eine große Errungenschaft dar.

Kühlsystem und ökologische Effizienz

NVIDIA entwickelt derzeit aktiv flüssigkeitsbasierte Kühlsysteme für Rechenzentren. Diese Systeme sind für den Betrieb bei Einlasstemperaturen bis zu 45 °C ausgelegt, was es ermöglicht, den Wasserverbrauch durch den Einsatz von Trockenkühltürmen nahezu auf null zu reduzieren. Dies ist eine besonders wichtige technologische Lösung für Gebiete mit begrenzten Wasserressourcen.

Valar Atomics plant, in Zukunft ein großes 30-MW-Projekt in Utah umzusetzen. Tom's Hardware weist jedoch darauf hin, dass viele Fragen zur kommerziellen Lizenzierung und zur industriellen Skalierung des Projekts noch offen bleiben. Die Erlangung einer vollständigen Genehmigung durch die US-Atomregulierungsbehörde (NRC) gilt als wesentliche Voraussetzung für die Verbreitung solcher Projekte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nuklear-Startups kleine Reaktoren als direkte Energiequelle für KI-Zentren anbieten. Giganten wie NVIDIA betrachten Kernenergie als stabile und unabhängige Energiequelle. Zwar befindet sich diese Technologie derzeit im Laborstadium, doch ist es sehr wahrscheinlich, dass sie in naher Zukunft zu einem integralen Bestandteil der KI-Infrastruktur wird.

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