Intel lizenziert x86-Architektur zum ersten Mal seit 40 Jahren

In einem der unerwartetsten Schritte seit Jahrzehnten hat der renommierte Tech-Gigant Intel dem Startup RosaicLabs das Recht eingeräumt, Prozessor-Technologien aus der Atom-Familie zu nutzen. Wie Reuters unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, signalisiert dieses Abkommen eine drastische Trendwende in der Unternehmensstrategie, da Intel die Praxis der Lizenzierung seiner x86-Architektur an fremde Unternehmen Ende der 1980er Jahre aufgegeben hatte. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Dem Vernehmen nach erhält RosaicLabs im Rahmen des geschlossenen Abkommens direkten Zugriff auf den RTL-Code (Register Transfer Level), der in der Chip-Entwicklung verwendet wird. Dies ermöglicht es dem jungen Startup, eigene maßgeschneiderte System-on-Chip-Entwicklungen (SoC) auf Basis von Intels hocheffizienten und energiesparenden x86-Kernen zu erstellen. Experten betonen, dass solche zukünftigen CPUs nicht nur in den Intel Foundry-Werken, sondern auch in Fabriken von Drittanbietern gefertigt werden könnten.
Strategischer Wandel und neue Chancen
Ende des vergangenen Jahrhunderts stoppte Intel aus Angst vor Marktwettbewerb die Weitergabe seiner Prozesstechnologien an Dritte fast vollständig. Die aktuelle Vereinbarung wird als neuer Versuch gewertet, neue Einnahmequellen zu erschließen und die Technologie breiter zu etablieren, während gleichzeitig die Dominanz auf dem x86-Architekturmarkt gewahrt bleibt. Dennoch haben die Parteien dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben.Wie bekannt wurde, wurde das Startup RosaicLabs im Mai dieses Jahres registriert und wird von dem erfahrenen Risikokapitalinvestor Amardjit Gill geleitet. Er arbeitete zuvor bereits mit dem ehemaligen Intel-CEO Lip-Bu Tan bei mehreren vielversprechenden Projekten wie Nuvia und Rivos zusammen. Das derzeit im Stealth-Modus agierende Startup soll Berichten zufolge rund 10 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln eingeworben haben.
Dennoch bleiben die technischen Merkmale und Details der kommenden Produkte unter Verschluss. Intel hat bisher keine konkreten Informationen darüber vorgelegt, welche Atom-Kerne an das Startup übergeben wurden und für welche Marktsegmente die entstehende Plattform genau bestimmt ist. Analytiker glauben, dass ein solcher Ansatz es Intel ermöglicht, in nicht-kerngeschäftliche Spezialbereiche vorzudringen und x86-Entwicklungen effizienter zu monetarisieren.

















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