Nordkoreanischer Mitarbeiter arbeitete offenbar in einer US-Bundesbehörde

Nordkoreanischer Mitarbeiter arbeitete offenbar in einer US-Bundesbehörde

Das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) hat Ermittlungen dazu eingeleitet, wie ein nordkoreanischer Staatsbürger aus der Ferne eine Stelle bei einer der Bundesbehörden des Landes erhielt. Wie Federal News Network berichtet, wurde der Fall erstmals von einem hochrangigen FBI-Beamten auf einer Konferenz in Washington bestätigt. Solche Sicherheitslücken sorgen weltweit für große Besorgnis. Techcrunch.com berichtet darüber.

Bisher ist nicht bekannt, bei welcher Bundesbehörde der nordkoreanische Staatsbürger arbeitete und wie das Einstellungsverfahren ablief. Das FBI und andere Strafverfolgungsbehörden lehnten eine Stellungnahme zu dem Fall ab. Der Vorfall zeigt, dass Vertreter eines international sanktionierten Regimes nur selten auf irgendeine Weise in US-Regierungsstrukturen eindringen.

Cybersicherheit und das Problem gefälschter Identitäten

Experten zufolge ist es in den vergangenen Jahren Tausenden nordkoreanischen IT-Fachkräften gelungen, Schwachstellen in Einstellungsverfahren auszunutzen und bei Organisationen in den USA und Europa eine Stelle im Homeoffice zu erhalten. Sie verbergen ihre Identität, registrieren sich als US-Bürger und arbeiten aus der Ferne.

Das Hauptziel dieses Schemas besteht darin, hohe Gehälter zu verdienen und die Einnahmen an das offizielle Regime in Pjöngjang weiterzuleiten. Gleichzeitig stehlen solche Mitarbeiter geistiges Eigentum und vertrauliche Informationen und erpressen Unternehmen, wenn ihre Aktivitäten später aufgedeckt werden.

Maßnahmen der US-Regierung

US-Behörden warnen seit Jahren vor der Gefahr nordkoreanischer Betrugsschemata im IT-Bereich. Strenge Überprüfungen und Sicherheitsanforderungen haben Regime-Hacker zwar meist von Behörden ferngehalten, doch kommt es weiterhin zu einzelnen Ausnahmen. So erhob das Justizministerium 2024 Anklage gegen einen Einwohner Marylands, der einem nordkoreanischen Hacker dabei geholfen hatte, sich als US-Amerikaner auszugeben und eine Stelle als Auftragnehmer bei der Federal Aviation Administration zu erhalten.

Die US-Regierung hat mehrere rechtliche und sanktionsbezogene Maßnahmen gegen Netzwerke ergriffen, die in Pjöngjang sowie in den Nachbarländern Russland und China aktiv sind. Besonders hart verfolgt werden auch amerikanische Unterstützer, die Laptop-Flotten eingerichtet haben, damit nordkoreanische Staatsbürger aus der Ferne arbeiten konnten, als befänden sie sich in den USA.

Experten zufolge agiert die nordkoreanische Regierung eher wie eine transnationale kriminelle Organisation. Obwohl das Regime vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen ist, stützt es sich zur Finanzierung seines Atomwaffenprogramms auf Cyberangriffe und den Diebstahl von Kryptowährungen. Nach Angaben von Blockchain-Analyseunternehmen war das Regime von Kim Jong Un im Jahr 2025 für 76 Prozent aller Kryptowährungsdiebstähle verantwortlich und nahm mindestens 2 Milliarden US-Dollar ein.

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