90-Stunden-Arbeitswochen in KI-Unternehmen aufgedeckt

90-Stunden-Arbeitswochen in KI-Unternehmen aufgedeckt

Laut einem Bericht der BBC sind Beschäftigte bei den weltweit führenden KI-Unternehmen, darunter OpenAI, Anthropic, Meta und Google, gezwungen, deutlich länger als die üblichen 40 Stunden zu arbeiten – in manchen Fällen bis zu 90 Stunden pro Woche. Dies zeigt, welche enorme Belastung der intensive Wettbewerb in der Technologiebranche und der Druck, Produkte schnell auf den Markt zu bringen, für Beschäftigte darstellen. Ixbt.com berichtet darüber.

Den Angaben der Publikation zufolge arbeiteten Beschäftigte bei OpenAI und Anthropic während der Sprints vor der Veröffentlichung von Produkten bis zu 90 Stunden pro Woche. Beschäftigte von OpenAI erklärten außerdem, dass sie auch unter normalen Umständen mindestens 70 Stunden pro Woche arbeiten. Bei Meta und Google sollen Abendschichten, Wochenendarbeit und ständige Bereitschaftsdienste im Zusammenhang mit dem Training von KI-Modellen inzwischen zum Alltag gehören.

Der Widerspruch zwischen Unternehmensversprechen und Realität

Die genannten Zahlen beruhen jedoch auf mündlichen Berichten von Beschäftigten und wurden nicht als offizielle Arbeitspläne der Unternehmen bestätigt. OpenAI und Anthropic beantworteten die Anfragen der BBC nicht, während Meta und Google eine Stellungnahme zu den Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten ablehnten. Ein ehemaliger technischer Mitarbeiter von OpenAI bestätigte ebenfalls Wochenendarbeit, regelmäßig stattfindende Krisensitzungen und ein Umfeld mit hohem Druck.

Bemerkenswert ist, dass diese Situation den öffentlichen Initiativen von OpenAI widerspricht. Das Unternehmen hatte Arbeitgebern zuvor empfohlen, eine viertägige Arbeitswoche mit 32 Stunden zu erproben, ohne die Gehälter zu kürzen. Dies deutet auf eine erhebliche Diskrepanz zwischen den offiziellen Aussagen großer Technologiekonzerne und ihrer tatsächlichen internen Kultur hin.

Was sagt die Studie der University of California?

Eine achtmonatige Studie der University of California zu den Bereichen Personalwesen und Technologie beleuchtete den Mechanismus hinter dieser Entwicklung. Amerikanische Wissenschaftler beobachteten 200 Beschäftigte eines großen Technologieunternehmens und stellten fest, dass generative AI-Tools zwar bestimmte Aufgaben beschleunigten, die Beschäftigten die gewonnene Zeit jedoch nicht zur Erholung nutzten, sondern für zusätzliche und umfassendere Verpflichtungen einsetzten.

Den Studienergebnissen zufolge sind Beschäftigte häufig gezwungen, Arbeit in ihre persönliche Zeit zu verlagern, häufig zwischen Aufgaben zu wechseln und von AI erzeugte Ergebnisse zu überwachen. Zwar bestätigt diese wissenschaftliche Beobachtung die von der BBC genannten 90-Stunden-Zahlen nicht unmittelbar, doch sie zeigt deutlich, dass Technologie statt Zeit durch Automatisierung einzusparen den Umfang der Aufgaben für Menschen weiter erhöhen kann.

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