Trotz Microsofts Drohung neue Windows-Sicherheitslücke veröffentlicht

Trotz Microsofts Drohung neue Windows-Sicherheitslücke veröffentlicht

Ein Informationssicherheitsforscher hat trotz Warnungen vor möglichen rechtlichen Schritten durch Microsoft Details zu einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in aktuellen Versionen des Windows-Betriebssystems veröffentlicht. Die Sicherheitslücke ist besonders brisant, weil sie Kriminellen vollständigen Zugriff auf die Systemebene eines Nutzergeräts und dessen Daten ermöglichen könnte. Techcrunch.com berichtet .

Laut ixbt.com wurde diese neue Sicherheitslücke namens ShieldBreak von einem unter dem Pseudonym Nightmare Eclipse auftretenden Forscher offengelegt. In den vergangenen Monaten hatte er bereits Informationen über mehrere bislang unbekannte Fehler in Microsoft-Produkten, darunter Windows, veröffentlicht. ShieldBreak basiert auf der Ausnutzung einer Schwachstelle im Schutzsystem Windows Defender.

Funktionsweise der Sicherheitslücke

Bei einem erfolgreichen Angriff kann ein Hacker seine eingeschränkten Nutzerrechte bis hin zur vollständigen Administratorkontrolle erweitern. Der Forscher präsentierte den Exploit als Windows-Anwendung. Um die Schwachstelle auszunutzen, muss der Nutzer diese Anwendung auf seinem Gerät ausführen.

Nach Angaben des Forschers bleibt die Schwachstelle unter Windows 10, Windows 11, einschließlich der neuesten Version 25H2, sowie den Betriebssystemen Windows Server 2025 wirksam. Der Sicherheitsexperte Will Dormann bestätigte außerdem, dass die Schwachstelle praktisch ausnutzbar ist und Windows Defender dafür aktiviert sein muss.

Verhandlungen und künftige Risiken

Dieser neue Exploit ist eine Weiterentwicklung einer zuvor unter dem Namen RoguePlanet entwickelten Schwachstelle. Microsoft veröffentlichte zwar einen speziellen Patch für RoguePlanet, doch der Forscher erklärte, die Maßnahme des Unternehmens sei unzureichend gewesen. Der aktuelle ShieldBreak zeige, dass sich die vorherige Behebung vollständig umgehen lasse. Microsoft hat bislang keine offizielle Korrektur für diese Sicherheitslücke veröffentlicht.

Die Schwachstelle wird als Zero-Day-Sicherheitslücke eingestuft, da dem Softwarehersteller nicht ausreichend Zeit zur Behebung gegeben wurde. Der Fall ist die jüngste Entwicklung in einem lang andauernden Streit zwischen dem Forscher und dem Technologiekonzern über dessen Richtlinie zur Meldung von Sicherheitslücken.

Im Mai veröffentlichte Microsoft eine Erklärung, in der das Unternehmen Sicherheitsforschern mit rechtlichen Schritten drohte. Obwohl Microsoft seine Wortwahl später in Beiträgen in sozialen Netzwerken abmilderte, blieb der ursprüngliche Blogbeitrag unverändert. Experten zufolge zeigen solche Fälle erneut, wie wichtig Transparenz und Dialog für die technologische Sicherheit sind.

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